The Goo Goo Dolls - Let Love In - Cover
Große Ansicht

The Goo Goo Dolls Let Love In


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Es wurde aber auch Zeit, dass die Alternative Rocker rund um John Rzeznik (Gesang, Gitarre), Robby Takac (Gesang, Bass) und Mike Malinin (Schlagzeug, Perkussion) ihren achten Longplayer nach „Gutterflower“ aus dem Jahre 2002 auf den Markt bringen. Nicht dass die Resonanz des letzten Werkes besonders groß gewesen wäre, denn im Vergleich zum Doppel-Platin-Erfolg von „A boy named Goo“ (1995) und dem kommerziell noch erfolgreicheren Dreifach-Platin-Hit „Dizzy up the girl“ heimste besagte Platte nur Gold ein (sicherlich ein herber Rückschlag für das Trio), aber die Goo Goo Dolls versprühen in ihren radio- und massentauglichen Songs ein wohliges Gefühl von Wärme und Geborgenheit, dass bei Bands ähnlicher Größenordnung vermisst wird. Außerdem befinden sie sich im 20. Jahr nach ihrer Gründung und besser als mit einer neuen Scheibe am Start lässt sich ein solch feierliches Ereignis nicht begehen.

Als Produzent fungierte diesmal Glen Ballard (am bekanntesten für seine Arbeit mit Alanis Morisette), der nach Rob Cavallo (Green Day, Jewel) als unterstützende Kraft für das neue Werk herangezogen wurde. Auswirkungen auf das Klangspektrum der Goo Goo Dolls hatte der Wechsel allerdings nicht, die elf neuen Songs perlen wie gewohnt mit professioneller Eingängigkeit aus den Boxen und versorgen den Hörer mit 42 Minuten der kuscheligen, warmen und gefühlvollen Art, der man gleich ab dem ersten Song „Stay with you“ erlegen ist. Dieser ist zugleich programmatisch für den weiteren Verlauf der Platte, in der es hauptsächlich, wie am Titel „Let love in“ schon unschwer zu erkennen, um die Liebe geht. Bevor Sänger Rzeznik allerdings den Text mit ausreichend Pathos ins Mikro haucht, ertappt man sich dabei die Zeile „How many lives must I live“ zu trällern, erinnert der Beginn doch an „All I hear“ von Train.

Als dann „These streets turn me inside out“ erklingt ist klar: Es sind eindeutig die Goo Goo Dolls. Bei diesem einzigen Déjà vu bleibt es jedoch nicht, denn das Trio beschert uns gleich weitere drei Mal das Gefühl, schon einmal die eine oder andere Passage irgendwo gehört zu haben. Zuerst einigen sich nämlich Anfang und Schluss von „Let love in“ und „Feel the silence“ auf dieselbe Atmosphäre beim Zusammenspiel zwischen Gesang und Gitarre, sodass nicht verwunderlich ist, wenn nachgeschaut wird ob nicht versehentlich die „Repeat“-Taste gedrückt wurde und das gleiche Schema wiederholt sich dann bei „Feel the silence“ und „Better days“ (diesmal mit Klavier) noch einmal, wobei dieser Umstand wirklich seltsam ist (sind den Jungs die Einleitungen ausgegangen?), unterscheiden sich alle drei Stücke nach etwa einer halben Minute grundlegend voneinander. Das letzte Déjà vu ist weniger störend, handelt es sich bei „Give a little bit“ um eine Coverversion des Supertramp-Klassikers.

Ansonsten offenbart uns das achte Werk der aus Buffalo stammenden Truppe einen wunderschön sanften Aufbau in „Without you here“, ein rockiges, aber nicht minder emotionsloses „Listen“, den hübschen Lagerfeuer-Akustikgitarrenstampfer „Can´t let it go“, die überraschungsarmen, weil zu vorhersehbaren Songs „Strange love“ und „We´ll be here“ und das „Hart meets Zart“-Stück „Become“. Weder ein Klassiker noch ein bahnbrechendes Mainstream-Werk, aber ein Album, das den Hörer in die Luft hebt, ihn durch den Raum schweben lässt und dann sanft und behutsam in den Schlaf wiegt, das ist „Let love in“. Irgendwie haben wir das erwartet und eigentlich ist das auch ganz gut so.

Anspieltipps:

  • Become
  • Let Love In
  • Can´t Let It Go
  • Without You Here
Neue Kritiken im Genre „Rock“
8/10

Automatic For The People (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „The Goo Goo Dolls“
comments powered by Disqus