Joe Satriani - Super Colossal - Cover
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Joe Satriani Super Colossal


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Joe Satriani wurde 1956 in New York geboren. Mit 14 Jahren brachte er sich selbst das Gitarre spielen bei, bekam anschließend eine Zeit lang Unterricht bei einem namhaften Jazzpianisten und fand in den 80er Jahren seinen Platz in der Musikszene von San Francisco. Zwischen 1986 und 2005 brachte er ein paar ziemlich erfolgreiche Alben heraus, unter anderem „Not of this Earth“, sein Debütalbum, gefolgt von „Surfing with the Alien“ mit dem er zunehmend an Aufmerksamkeit gewann. Während der Aufnahmen für „Flying in a blue dream“ starb sein Vater, weswegen es zu einem sehr persönlichen Album wurde. Joe Satriani gehört zu den meist geschätzten zeitgenössischen Gitarristen. Während seiner Karriere als Musiker hat er auch einige andere namhafte Gitarristen unterrichtet, unter anderem Kirk Hammet von Metallica. Sein letztes Album war „Is there Love in Space“ (2004), danach wurden einige Live-Mitschnitte veröffentlicht, zuletzt „Live in Tokyo“ im letzten Jahr. Jetzt präsentiert uns Joe Satriani sein neues Album „Super Colossal“.

Der Anfang des Titelsongs „Super colossal“, der auch an Platz eins der Trackliste steht, ist nicht besonders aufregend, entwickelt sich aber doch zu einer ganz passablen Nummer. Auch „Just like lightnin’“ kann nicht als sein größter Geistesblitz bisher angesehen werden. Leider gibt es einige Songs auf diesem Album, die zwar als „ganz nett“ eingestuft werden können, den Hörer aber trotzdem nicht unbedingt vom Hocker reißen werden. „One robot's dream“ ist zwar langweilig, dauert aber trotzdem über sechs Minuten, gefolgt von „The meaning of love“, über das es auch nicht wirklich etwas anderes zu sagen gibt. Auch „Movin' on“ und „A Love eternal“ schlagen in diese Kerbe.

An Platz vier der Trackliste steht „Redshift riders“. Dieser Song enthält im Vergleich zu seinen Vorgängern um einiges mehr an Aggression und ist wahrscheinlich aus diesem Grund schon um einiges spannender zu hören, gefolgt von „Ten words“. Die Stimmung in dieser Nummer erinnert an einen Spaziergang am Strand, an einem sonnigen Tag, nach einer schnulzigen Romanze, die aber sehrwohl ihre reizvollen Momente hat. „A cool new day“ transportiert auch um einiges mehr an Gefühl, als die oben genannten Lieder. Er verwendet in diesem Song sowohl die Gitarre als auch die Hintergrundmusik betreffend sehr intensiv elektronische Effekte, die er sehr gezielt einsetzt, um dem Song etwas Einzigartiges zu verleihen, was man auch für „World of tears“ gelten lassen kann.

„Theme for a strange world“ ist eine schnellere Nummer, ausgezeichnet durch das führende Thema, das ziemlich leicht ins Ohr geht. Zwischendurch gestaltet er sie etwas dramatischer und baut an diesen Stellen komplexere Gitarrensoli ein. Enttäuschend ist schließlich wiederum der letzte Song „Crowd chant“. Er fasst in diesem Stück, das Thema aus Gabriel Faurés Pavane heraus, verarbeitet es zum einen Teil, zum anderen spielt einfach nur die Melodie nach und verbindet dies mit einem nicht sehr kompetenten Männerchor. Das ist ja fast ein Verbrechen, in so eine Komposition ein paar singende Kerle einzubauen, die klingen, als würden sie gerade das Fußballstadion verlassen.

Man hat bei diesem Album teilweise den Eindruck, dass dem lieben Joe Satriani ein bisschen die Ideen ausgegangen sind. Er hat durchaus einige erwähnenswerte Songs für dieses Album komponiert, aber mindestens genauso viele Stücke, die sich einfach in die Länge ziehen, ob er nun irgendwelche virtuosen Soli einbaut, oder nicht. Und als glorreichen Abschluss eine melancholische Komposition eines französischen Komponisten dadurch schlecht zu machen, indem man ein paar Fußballfans dazu grölen lässt, ist auch eine sehr unkluge Idee. Alles ist es zwar ein durchaus anhörbares Album, entspricht aber zum Großteil nicht dem was man von Joe Satriani erwarten kann.

Anspieltipps:

  • Redshift Riders
  • Ten Words
  • A cool new Day
  • Made of Tears
  • Theme for a strange World
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