Infadels - We Are Not The Infadels - Cover
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Infadels We Are Not The Infadels


  • Label: Wall Of Sound/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Grenzen zwischen Rock und Dance verschwimmen nicht erst seit gestern und so kamen auch die Infadels zu dieser explosiven Mixtur, in der auch ein deutlicher Hauch Funk inbegriffen ist. 1999 fanden Matt (Gitarre, Electronics), sein Studienkollege Al (Schlagzeug) und Bnann (Gesang) in der Band Balboa zusammen, doch frustriert sahen sie ein, dass ihre Songs nicht so richtig zünden wollen. Ihre eigenen Ansprüche lagen höher als das bisherige Material bieten konnte. Mit der nötigen Wut im Bauch gingen die Drei andere Wege, die den Spaß und das Unkonventionelle in ihrer Musik zurückbringen sollten. Verstärkt durch Wag (Bass) sowie Richie (Percussions, Gesang) eröffneten sie ihre Laufbahn als Infadels.

Das erste Lebenszeichen setzte die 12-Inch „Leave Your Body“, welche in verschiedenen Clubs quer durch Großbritannien gehörig Airplay erhielt. Nachdem der Weg für viele Bands aus dem Vereinigten Königreich auf den Kontinent im Zuge der zahlreichen Veröffentlichungen und Lobeshymnen geebnet war, legten auch die Infadels alsbald ihren Status als Geheimtipp ab. Die Folgesingle „Can´t Get Enough“ und eine Tournee mit Radio 4 sowie Keith Flint riefen Begeisterungsstürme auf den Plan, die nun mit dem Fulllength-Debüt „We Are Not The Infadels“ auch in Deutschland entfacht werden sollen.

Als echter Tanzflächenfüller macht sich dann auch gleich der Opener „Love Like Semtex“ viele Freunde, in dem er die Energie des Rock mit elektronischen Sounds und einer Harmonienvielfalt verbindet, die tief im Funk verwurzelt ist. Stimmlich schlägt Bnann in die Kerbe britischer Underdogs, welche er durch seinen eigenen Charme aufwertet und munter mit einem außenordentlichen Maß an Motivation kombiniert. Der Spaß findet vorerst kein Ende, denn die folgenden Tracks eröffnen ein Feuerwerk verschiedenster Stile und sind immer zwingend, wobei Abwechslung besonders anhand von Synthesizern gegeben ist und der Hörer auch nach dem x-ten Durchlauf noch Feinheiten ortet, die bei all´ dieser antreibenden Präsenz in reinsten Glücksgefühlen verloren gingen.

Wird es gemächlicher, wie bei „Girl That Speaks No Words“, machen sich einige Schwächen bemerkbar, die ihre Wurzeln im dramaturgischen Songaufbau haben. Zu wenig Spannung und das Fehlen von klaren Melodien schmälern den Mitreißfaktor vom Anfang. Dass die Infadels nicht nur Musik für die Beine perfektioniert haben, zeigen die Londoner bei „Murder That Sound“, das pumpende Beats und schrille Sounds mit gar sehnsüchtiger Melancholie, vor allem durch die schwelgerischen Vocals hervorgehoben, vereint. Als Fazit bieten uns die Infadels ein euphorisches Erlebnis für alle, die die Essenz von Rock´n Roll nicht zwingend im Einsatz von Gitarre, Bass und Schlagzeug begründet sehen, sondern sich abseits von genrebedingten Grenzen mitreißen lassen. „We Are Not The Infadels“ geht sofort in´s Ohr und verankert sich dank vielseitiger Sounds und Rhythmen lang anhaltend. Die Up-Tempo Stücke kommen Hymnen gleich, deren Einsatz im Club ohne Umschweife empfohlen wird. Bei den seltenen, ruhigen Momente bleibt das Quintett vorerst noch relativ blass, doch für ein Debüt ist dieser Longplayer definitiv beachtlich und lässt berechtigt auf weitere Höhepunkte in der Laufbahn von den Infadels hoffen.

Anspieltipps:

  • Love Like Semtex
  • Can´t Get Enough
  • Murder That Sound
  • Reality TV
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