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TipTop TipTop


  • Label: Universal Rec.
  • Laufzeit: 39 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei dem von Stefan Raab inszenierten, diesjährigen Bundesvision Song Contest holten TipTop mit der selbstbetitelten ersten Single für ihr Bundesland Bayern den siebten Platz. An sich eine beachtliche Position, wäre da nicht der von Nonsens geprägte Text und ein unspektakulärer Discobeat auf unsinnige Weise präsentiert worden und der üble Beigeschmack zurückgeblieben, dass musikalische Herausforderungen zweit- oder gar drittrangig für TipTop sind.

Wenn die Ansprüche schon so tief eingeordnet werden, sollte der bei dem Duo hochgehaltene Spaßfaktor wenigstens zünden. Das tat er nur stark begrenzt und so war das Resultat beim Bundesvision Songcontest schmeichelhaft und sicherlich auch eng mit der Bekanntheit von Beau Frost alias Peter Brugger (Sportfreunde Stiller) verbunden, der die eine Hälfte von TipTop ausmacht. Seinen vermeintlicher Bruder, Olli Parton genannt, hat er beim Shoppen wiedergefunden und seitdem verbindet die beiden eine „abstimmungstechnische Kongruenz, welche uns vor dem Herrn als Brüder ausweist“, die schließlich im gemeinsamen Projekt mündet und nun das Album zum optisch sowie musikalisch seltsamen Erscheinungsbild auf die nonsenswillige Gemeinde loslässt.

Bei all dem misslungenen Klamauk, den zahllose Comedians auf dieser Welt ohne mitunter nervtötende Musik besser hinbekommen, fällt es wirklich schwer, positive Momente auf dieser CD auszumachen. Da die Texte dafür nicht in Frage kommen, bleiben einige nette Arrangements, die zwar nicht gut sind, aber wenigstens erträglich. So muntert „Honig“ trotz aufgesetzten, breitbeinigen Rockanleihen dank strebsamer Beats und netter Synthiesounds auf, während die Stimme vollkommen überdreht und abgehoben im Nervensystem die Stränge auf´s übelste herausfordert. „TipTop“ (der Song) geht in die Beine und beinhaltet eine gut gemeinte Hookline, doch was bringt es schon, wenn die Akzeptanz für oberflächlichen Comedy-Pop bereits nach dem Opener „Komm An Bord“ am Stock geht. Dieser zeigt zwar fröhliche, auch einigermaßen ausgefeilte Sounds, die jedoch für jeden ausgewiesenen House-Enthusiasten gerade mal Aufwärmübungen darstellen und schon nach zwei Minuten von den unerträglichen, sinnfreien Lyrics gradlinig in das Aus befördert werden – und das zu recht.

Man kann wunderbar über Ironie im Kosmos von TipTop philosophieren und darüber, dass Ernsthaftigkeit im Popbusiness auch mal umgangen werden darf, aber einen derart dilettantischen Longplayer mit fragwürdigem Spaßfaktor zu produzieren, gehört verboten. Für die Ballermannfraktion ist sicherlich der ein oder andere Partykracher dabei, doch welche Faktoren alkoholischer Natur die Sichtweise verdrehen, dürfte bekannt sein. Nüchtern und sogar noch wohlwollend ist das nichts, was Qualität in irgendeiner Form hergibt. Die zwei Punkte kann man allerdings ohne Reue für den Mut, so etwas auf CD zu pressen, vergeben. Schuster (Peter), bleib bei Deinen Leisten (Sportfreunde Stiller)!

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