Doris Guesthouse - Double Decker - Cover
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Doris Guesthouse Double Decker


  • Label: SPV Records
  • Laufzeit: 59 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Doris Decker setzt Prioritäten. Wurde der Vorgänger noch unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht und erhielt den Titel „Doris Guesthouse“ (2003), quasi um die versammelte Schar an Musikern, die unter anderem aus Hagen Kuhr (Fury in the Slaughterhouse), Matthias Clasen (James Last) oder Leandro Saint-Hill (Patrice) bestand, vorzustellen, hat sie sich für den zweiten Teil dazu entschieden dem Hörer gleich als Doris Guesthouse entgegenzutreten und das Ganze „Double Decker“ zu taufen. Von falscher Bescheidenheit kann in diesem Zusammenhang aber nicht die Rede sein, denn ein schlichtes Soloprojekt mit ein paar Gastmusikern ist auch „Double Decker“ nicht, so dass diesmal Gitarristin Kerstin Sund (Ben, AK4711), Querflötist Sebastian Borkowski (Micatones, 2raumwohnung), Pianist Buggy Braune (Herb Geller, Till Brönner) und Posaunist Johnny John (Mousse-T, Lighthouse Family, Fettes Brot, Stefan Gwildis) im chilligen Gasthaus Platz nehmen und musikalisch gleichberechtigt mitwirken.

Ebenfalls wieder mit dabei sind verschiedenste Einflüsse aus aller Welt, die von den unzähligen Reisen quer über den Erdball her rühren. Vor allem nachdem sie bei diversen Künstlern wie z.B. Udo Lindenberg, Marianne Rosenberg, Stefan Gwildis oder Raphaél Marionneau als Saxophonistin beteiligt war, gründet sie zusammen mit Anselm Kluge, der sowohl für „Doris Guesthouse“ als auch für „Double Decker“ den Produzenten gibt, die Band Tätärä und das Saxophon-Quintett Liberos. Tourneen über die halbe Welt sind die Folge und Decker beginnt die Eindrücke unterschiedlichster Kulturen zu verarbeiten.

In Englisch, Französisch und Spanisch erklangen die Texte des „Doris Guesthouse“, untermalt von karibischem, afrikanischem und lateinamerikanischem Flair. Auf „Double Decker“ nimmt sich die Gastgeberin auch der deutschen Sprache an und erinnert stellenweise an NDW-Veteranin und 2raumwohnung-Bewohnerin Inga Humpe. Das dieser Schritt gar keine schlechte Idee war zeigt der Umgang mit englischem Material (man höre sich nur einmal „Don´t even think“ oder „Uh baby“ an), wo der deutsche Akzent ziemlich penetrant durchscheint. Ob das nun als störend oder harmlos empfunden wird ist subjektiver Natur.

Was allerdings nicht als Kleinigkeit eingestuft werden kann ist der schleifenartige Aufbau der einige Stücke durchläuft, der schnell zu einem nervösen Zucken und letzten Endes zur Benutzung der Skip-Taste führt. Es gibt allerdings ebenso Stücke auf dem Album, die einen nicht so schnell los lassen und perfekt zu einer lauschigen Sonntag Nachmittag-Stimmung passen. Da allerdings auch diese Tracks eine teilweise schleppende Monotonie aufweisen, muss auf individueller Basis entschieden werden, welche Songs zu den Favoriten auserkoren werden. Als Draufgabe gibt es abschließend noch Remixe von den bereits auf Album Nummer eins enthaltenen Stücken „La vida es corta“ und „Lucky in love“ und dem neuen „Chasing for love“ und „Nochmal“ ist in einer verlängerten Fassung enthalten. Wirklich überzeugen und ihre Daseinsberechtigung rechtfertigen können diese Versionen allerdings nicht. Da freut es umso mehr, dass der Song „Catch a lion“ nach seinem ersten Auftreten auf dem Vorgänger ein zweites Mal auftaucht, denn hier schwingt ein wunderbares Feeling mit, dessen Groove es sich nur schwer zu entziehen gilt.

Anspieltipps:

  • It´s True
  • Walking Boy
  • Catch A Lion
  • Ask The Wind
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