Mariha - Elementary Seeking - Cover
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Mariha Elementary Seeking


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer sich 2005 „Barfuß“, den Film von und mit Til Schweiger angesehen hat, dem wird eventuell Mariha schon einmal aufgefallen sein. Ihr Song „Absolutely entertaining“ war Teil des Soundtracks und nun ist auch Marihas erster Longplayer auf dem Markt. Gitarre spielt sie erst seit vier Jahren, beigebracht von der Mutter. Komponieren entsteht bei ihr aus Gefühlen heraus, und da sie nur wenige Akkorde kennt, experimentiert sie solange auf der Gitarre herum, bis sie eine Tonfolge anspricht. „Elementary Seeking“ ist vollständig aus Marihas Feder entstanden, auch die Texte, bei denen sie ebenfalls ehrlich über alles singt, was sie berührt. Ihre Biografie lässt kaum glauben, dass die junge Mutter tatsächlich erst 23 Jahre alt ist. Nicht nur die Musik liegt ihr, nach dem Abitur wird sie vom Hamburger Schauspielhaus entdeckt und entwickelt eine zweite große Liebe, die Schauspielerei. Doch Musik sei ihr trotzdem wichtiger. Gebündelt in 15 Songs, zeigt sich Marihas Talent nun in „Elementary Seeking“.

Entstanden ist ein Gitarren-Popalbum, abwechslungsreich und klar, ohne unnötige Verschnörkelungen. Der „Barfuß“-Song befindet sich genauso auf dem Album, wie auch ihre aktuelle Single „It hurts“. Beide Songs zeigen den Grundcharakter des Albums, zeigen viel Ehrlichkeit mit einem Hauch von Melancholie an manchen Stellen. Die ehemalige Münsteranerin bietet viel Angriffsfläche, indem sie viele Seiten von sich zeigt. Sie scheut sich nicht davor, ihre Unsicherheit zu zeigen („Free now“), genau so wenig wie ihre innerste Gefühlswelt („Further deeper closer“). Es braucht nicht viele Hördurchläufe, bis man in den Songs drin steckt, sie steuern punktgenau an die Stellen des Körpers, aus denen sie bei Mariah kamen. Auf Prunk und Verzerrung wartet man vergebens, es geht der Musikerin nicht um die große Darstellung ihrer Person, sondern um die Musik.

Das zeigt sich schon allein bei der Aufmachung ihres Albums. Nicht die Sängerin selbst, sonder ein niedlicher Hund schaut vom Cover der CD in die Kamera, auch beim Durchlesen der Texte sind es Natur oder Stilllebenbilder, die im Hintergrund zu sehen sind. Mariha befindet sich lediglich einmal auf der Rückseite des Albums und selbst da ist sie schlicht und einfach abgebildet, schaut konzentriert auf ihre Gitarre.

Diese Frau steht erst am Anfang ihrer Karriere, hat aber schon mit diesem Album die Fahrkarte für die nächste Station gelöst. Live konnte sie schon einige Erfahrungen sammeln, war unter anderem schon als „Special Guest“ von A-ha auf der Bühne zu sehen und hat auch da das Publikum für sich gewonnen. Hörenswert ist dieses Album allemal, endlich mal wieder Songs, die nicht krampfhaft zusammengeschrieben wurden, nur um ein Album voll zu kriegen. Bleibt abzuwarten, ob diese Schlichtheit und Ehrlichkeit das sind, was die Menschen hören wollen.

Anspieltipps:

  • Absolutely Entertaining
  • Free Now
  • Gravity
  • Brave Confession
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