Embrace - This New Day - Cover
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Embrace This New Day


  • Label: Independiente/SonyBMG
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

1995 bestimmten Blur und Oasis die musikalischen Schlagzeilen in Großbritannien. The Verve mischten auch kräftig mit, wenn um die Vorherrschaft des BritPopthrons gekämpft wurde. Embrace, bestehend aus den Brüdern Richard und Danny McNamara (Gesang, Gitarre, Songwriting), Mickey Dale (Keyboards), Michael Heaton (Schlagzeug) und Steven Firth (Bass), gelang trotzdem in diesen Zeiten mit ihrem Debütalbum „The Good Will Out“ (1998) die englische Chartsspitze zu erklimmen. Nach den erfolgreichen 90er Jahren war nach der Jahrtausendwende der Verlust ihres Plattenvertrages zu beklagen, da trotz der in den Top Ten platzierten Longplayern Nummer 2 und 3 die Band auseinanderbrach, weil die Medienpräsenz von Oasis, Radiohead und Co. alle anderen Künstler überdeckte.

2004 wurde ein gutes Comebackalbum namens „Out Of Nothing“ mit dem neuen Keyboarder Mickey Dale und dem Produzenten Martin Glover, auch bekannt unter seinem Künstlernamen Youth, veröffentlicht. Glover war in den Anfängen von Killing Joke als Bassist tätig und später als Produzent für The Verve, Heather Nova und James verantwortlich. Auch bei den zehn neuen Songs des fünften Studioalbums war der Produzent wieder an Bord. Die musikalischen Einflüsse sind deutlich hörbar Coldplay, U2 und die New Order-Vorgängerband Joy Division.

Die McNamara Brüder und der Produzent Youth schwingen souverän das Songwritingzepter und setzen die musikalische Messlatte mit dem Opener „No use crying“ sehr hoch. Da wird coldplaymäßig eine Popperle geschaffen, die Chris Martin auch nicht besser hätte schreiben können. Der zweite Track „Natures law“ nimmt den Schwung der ersten Hymne weg und zeigt die Stärke von Embrace: Emotionale Popballaden, bei denen auch Geigen nicht fehlen dürfen. Der Einsatz eines ganzen Orchesters für diese CD soll nicht unerwähnt bleiben.

Song Nummer drei hat eindeutig U2-Bombastpopanleihen und vermittelt wie alle Songs Glücksgefühle. „I can't come down“ ist eine Gänsehautballade, da schwelgen die Geigen, das Piano und die Stimme des Sängers um die Wette. Wer da nicht merkt, dass Komponieren das Talent der beiden McNamaras ist, der soll weiter den britischen Stars lauschen und dieses gute Werk verpassen. Und sie können es noch viel besser, denn „Celebrate“ ist wieder so ein Lied, da geht beim Hören glatt die Sonne auf. „Even smaller stones“ greift die Alternative-Rock-Phase, die vor allem auf dem zweiten Album „Drawn From Memory“ zu hören war, auf und die sonst so harmonischen Tracks bekommen einige Gitarrenriffs der etwas härteren Sorte verpasst.

Die Entwarnung folgt danach, denn die beiden Schlusswerke holen den wunderschönen Breitwandsound genüsslich zurück. Der einzige wirkliche Kritikpunkt ist die Eigenständigkeit und die Haltbarkeit der Stücke. Embrace drücken den Songs schon ihren eigenen Stempel auf, nur kann man an einigen Stellen des Longplayers ein wenig von der Wucht der Gefühle müde werden. Es ist also eine CD, die sich am Rande des Gefühlsinfarktes und eines Meisterwerks bewegt. Die Fans von Coldplay, Keane und Athlete können hier bedenkenlos zugreifen. Embrace sind auf dem Weg zu deren Qualität und müssen nur noch ein wenig nach oben klettern.

Anspieltipps:

  • Celebrate
  • No use crying
  • The end is near
  • I can't come down
  • You will hit the target every time
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