Massive Attack - Collected - Cover
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Massive Attack Collected


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 78 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Grundstimmung im Hause Massive Attack besteht aus einer geballten Ladung Melancholie.

Was haben Horace Andy, Elizabeth Fraser, Sinead O'Connor, Shara Nelson, Tracey Thorn, Tricky, Terry Callier, Nicolette und Grant Marshall gemeinsam? Sie singen alle auf dieser Best of von Massive Attack als Gäste oder zeitweilige Mitglieder der Band. 13 Songs aus dem Schaffen der britischen TripHop-Veteranen bilden den vielschichtigen Stilmix der so unterschiedlichen vier Studioalben der mittlerweile nur noch aus Robert del Naja und des seit „Mezzanine“ als Co-Produzent und Komponist agierenden Neil Davidge bestehenden Band ab.

Die Singleauskoppelung „Live with me“ ist brandneu und soll die Wartezeit auf die für 2007 angekündigte neue Studio-CD verkürzen. Besonderes Interesse dürfte die DualDisc mit allen Videos, Kollaborationen, Soundtracksongs und bisher unveröffentlichten älteren Songs wie „False flag“ wecken. Neben Madonnas „I want you“ findet man auch „Small time shot away“ mit Blur- und Gorrillaz-Frontmann Damon Albarn im Background und die erwähnten Soundtrackarbeiten z.B. für den Luc Besson Film „Danny The Dog“.

Bekannt wurde die 1990 in Bristol gegründete Band, bestehend aus Grant Marshall alias Daddy Gee, Robert Del Naja alias 3D und Andrew Vowles alias Mushroom, durch das Meisterwerk „Unfinished Sympathy“ mit Sängerin Shara Nelson, das der größte Erfolg ihres 1991er Debüts „Blue Lines“ werden sollte. Diese seltene Mischung aus Rap, Soul, Elektropop, Dub und düsteren Klangteppichen wurde in den 90iger Jahren ein voller Erfolg. Oft stempelte man Massive Attack wegen ihres gemächlichen Songverlaufs als nur für Werbespots oder Soundtracks geeignet ab, aber tatsächlich haben sie maßgeblichen Anteil an der Weiterentwicklung der Elektro-Popmusik. Durch die immer wechselnden Gastsänger, wobei Robert del Naja auch oft Vocals beisteuerte, wurden die komplex komponierten Songs zu echten Perlen und bargen genug Abwechselung.

Die Grundstimmung ist eine geballte Ladung Melancholie, die bei übermäßigem Hören schon etwas herunterziehen kann. Doch wenn man sich die Zeit nimmt und einen Song wie den über sechs Minuten langen „What your Soul sings“ sich zu Gemüte führt, verliert man sich gerne in den düsteren Klangwelten aus denen nur die unverwechselbare und gute Stimme Sinead O'Connors herausragt. Die Werkschau gerät zur eindrucksvollen Demonstration wie haushoch die Messlatte für Komponisten von nicht so einfach gestrickten Sounds sein kann. Für den Massive-Attack-Einsteiger und natürlich den Fan ist diese CD ein Pflichtkauf, denn besser kann man in diese zeitweise unheimliche Welt der britischen Popmusiktüftler nicht eingeführt werden.

Anspieltipps:

  • Teardrop
  • Protection
  • Live with me
  • Safe from Harm
  • Unfinished Sympathy
  • What your soul sings
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