Pyranja - Laut Und Leise - Cover
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Pyranja Laut Und Leise


  • Label: Groove Attack
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Puh, also mit Ruhm hat sich die gute Pyranja beim diesjährigen Bundesvision Song Contest nicht gerade bekleckert. Zwar war die Akustik in der Halle nicht gerade das Gelbe vom Ei und auch die Tonleute haben es nicht so wirklich geschafft, die Lautstärke von Gesang und Musik aufeinander abzustimmen: Dennoch suchte man gerade bei Pyranja vergebens nach den altbekannten Skills und ihrem guten Flow. Schauen wir also mal, was ihr neues Album „Laut & Leise“ zu bieten hat.

Aber erstmal der Reihe nach: Seit mehr als sieben Jahren, hält die 1978 in Rostock geborene Pyranja, die Fahne der deutschen Female-MCs in den Wind. Mit zwölf Jahren kam sie zum ersten Mal mit der HipHop-Bewegung in Kontakt, mit 16 wurden die ersten Texte geschrieben und ein Jahr später stand sie schließlich bei einer Open-Mic-Veranstaltung erstmalig mit dem Mikrofon in die Hand auf einer Bühne.

Nach dem Umzug von Rostock nach Berlin, ging Pyranja zusammen mit der Underdog Cru und dem SmokingTunaSystem auf ihre erste eigene, wenn auch noch recht kleine Tour. Für deutschlandweite Furore sorgte sie dann im Jahre 2001, als sie gemeinsam mit Curse, DCS, Tefla & Jaleel sowie Lenny auf erfolgreiche „Feuerwasser“-Tour ging. Im selben Jahr erschien auch ihre Debüt-EP „Im Kreis“, auf dem seinerzeit neu formierten DefJam-Deutschland-Ableger.

Anfang 2003 kam „Wurzeln & Flügel“ in die Läden – Pyranjas Debütalbum. Musikalische Beats trafen darauf auf poetische und technisch ausgereifte Raps. Ein Jahr später gründete die Wahlberlinerin ihr eigenes Label „Pyranja Records“ und begann mit dem Ausbau ihres eigenen Netzwerkes – ein weiterer wichtiger Schritt in ihrer Karriere. Das zweite Album „Frauen & Technik“, sowie der Longplayer „Einmal Um Blokk“, den Pyranja zusammen mit ihren Jungs vom Ostblokk aufnahm, erblickten ebenfalls 2004 das Licht der Welt.

Am 27. Januar dieses Jahres erschien nun mit „Nie Wieder“ der erste Vorbote aus ihrem dritten Album „Laut & Leise“. Mit diesem Song nahm Pyranja auch, wie eingangs bereits erwähnt, für ihr Bundesland Mecklenburg-Vorpommern am Bundesvision Song Contest teil und belegte dort mit 50 Punkten den 8. Platz. Die Wahlberlinerin selbst bezeichnet ihr neues Album als ihr bisher persönlichstes – ein Album, sehr nah an der Anja in Pyranja.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Produktionen von Roe Beardie von Headrush (Olli Banjo, Sido etc.). Weitere Tracks kommen darüber hinaus von unter anderem Greg Danielz und dem Schweden Jimmy LeDrac. Genau dieser Vielzahl von Produzenten ist es dann wohl auch letztlich zu verdanken, dass es der Hörer mal mit Elektro-Einflüssen, Dancehall-Vibes oder vereinzelt sogar mit verzerrten Gitarren zu tun bekommt. Textlich präsentiert Pyranja wie immer einen gelungenen Spagat zwischen bildhaftem Storytelling, ehrlichen Innenansichten und klassischen Battletracks. Auch eine Hommage an ihre Heimat Meck-Pomm ist mit von der Partie. Unterstützung am Mic bekommt die Female-MC von Schivv, DraQ & Falgas a/k/a/ Hamityvill, KIMOE, sowie von niemand geringerem als Olli Banjo.

Mit „Laut & Leise“ präsentiert Pyranja somit ein recht gelungenes Album, welches durch sein Abwechslungsreichtum, den intelligenten Texten und der guten Qualität der Produktion lebt. Großartig Neues und/oder absolute Meilensteine des Genres sucht man allerdings vergebens auf dem Silberling. All diejenigen, die „Laut & Leise“ aber aufgrund der ersten Single „Nie Wieder“ schon bereits abgeschrieben hatten, sei beruhigend gesagt, dass es definitiv einer der schwächeren Songs des Albums ist.

Anspieltipps:

  • MV
  • 1929
  • Nur So
  • Auf & Ab
  • Ich Wollte
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