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Diverse SZ Diskothek: 1987


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 80 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die SZ-Diskothek des Jahres 1987 thematisiert den Begriff „Weltmusik”, unter dem alle fremdartigen Musikstile in eine Schublade gepresst wurden. Vorher standen Bezeichnungen wie „Tropical Pop“ und „Global Beat“ auf dem Plan, doch diese wurden zugunsten der „World Music“ verworfen. Die Musikaktivisten beschlossen daraufhin, die neue Wortschöpfung durch eine groß angelegte Werbekampagne international bekannt zu machen. Den Erfindern der sogenannten Weltmusik ging es natürlich nur darum, den Klängen aus aller Welt mit dem neuen Etikett einen Platz in den Regalen der Plattenläden zu sichern. Darüber hinaus wurden Charts und Festivals ins Leben gerufen und Zeitschriften und andere Medien richteten Weltmusik-Nischen ein.

Dabei lag diese Entwicklung bereits länger in der Luft. 1986 hatte Paul Simon das Album „Graceland“ veröffentlicht, das er teilweise in Südafrika aufgenommen hatte, unter Beteiligung von Zulu-Chören und Stars des Township-Jive. Im gleichen Jahr war auch Peter Gabriels „So“ erschienen. Auf dem Stück „In your eyes“ erklang im Hintergrund die Stimme eines unbekannten Sängers aus dem Senegal namens Youssou N’Dour. Bald darauf spielte N’Dour im Vorprogramm Gabriels. Damit holten Stars wie Paul Simon und Peter Gabriel den Hitparadenpop aus der kommerziellen Einförmigkeit heraus. Und wenig später tauchten schon die ersten Künstler aus fernen Ländern in den Charts auf. Zum Beispiel Mory Kanté aus Guinea oder Ofra Haza aus Israel. Auf einmal war Weltmusik im Trend und das Etikett „Weltmusik“ beförderte fortan so manche Karriere.

Das Fundstück dieser Ausgabe befasst sich mit „den netten Gitarrenrockern von Nebenan“, nämlich der bis dahin noch Underground-Band R.E.M. – übernommen aus der Musikzeitschrift „Spex“. Eines der Ereignisse des Jahres war, als der deutsche Hobbypilot Matthias Rust mit einer Cessna auf dem Riten Platz in Moskau landet. Eine Peinlichkeit sondergleichen für eine militärische Supermacht. Dazu nahm Willy Brandt nach 23 Jahren Abschied als SPD-Vorsitzender. Deutschland führte neue Personalausweise ein und der Politiker Uwe Barschel wird tot in der Badewanne eines Genfer Hotelzimmers gefunden.

Musikalisch begleiten diese Ausgabe unter anderem Stücke von They Might Be Giants („Don’t let’s start“), Pet Shop Boys („It’s a sin“), Mory Kanté („Yé Ké Yé Ké“), LL Cool J („I need love“), Red Hot Chili Peppers („Behind the sun“), The Smiths („Girlfriend in a coma“) und Bomb The Bass („Beat dis“). Alles in allem eine nur leidlich gelungene SZ-Diskothek...

Anspieltipps:

  • INXS – Mystify
  • Salt’N Pepa – Push it
  • David Sylvian – Orpheus
  • Sonic Youth - Schizophrenia
  • Hüsker Dü – Could you be the one?
  • The Sisters Of Mercy – This corrosion
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