Diverse - SZ Diskothek: 1991 - Cover
Große Ansicht

Diverse SZ Diskothek: 1991


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 77 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Diskothek der Süddeutschen Zeitung. So langsam beginnt der Endspurt. Doch vorher beschäftigt uns zum Beispiel noch das Musikjahr 1991. Dieses Jahr steht für den Urknall des Grunge-Sounds und für eines der größten Rockalben aller Zeiten: Nirvanas „Nevermind“. Und um es gleich vorweg zu sagen, einen Song der Grunge-Helden aus Seattle findet man leider nicht auf der beigefügten CD mit 20 Liedern des Jahres 1991. Ebenso vermisst man andere Hits des Jahres. Etwa von Roxette, Michael Jackson, Metallica oder den „Wind of Change“ pfeifenden Scorpions. Doch zumindest inhaltlich geht man auf den „Arschtritt für eine ganze Generation“ ein. Zum Beispiel durch das „Fundstück“, einem Essay von Gavin Edwards aus der Zeitschrift „Details“ (Februar 1992).

„Smells like teen spirit“ war nicht der Werbeslogan für ein Billig-Deo, sondern der Wachruf für eine vor sich hin dümpelnde Rockszene. Dennoch stellte die „Berliner Zeitung“ fest, dass „Teen Spirit“ wie eine Mischung aus Johannisbeerkaugummi, Alkohol und Badreiniger riecht. Na ja... Kurt Cobain, der Nirvana-Boss, wurde zum Anführer einer neuen Jugendbewegung. Der magenkranke Schmerzensmann verkörperte die Zerrissenheit einer Generation, für die der Begriff „Generation X“ erfunden wurde. Für diese gab es keine Aufgabe, kein Ziel, keinen Sinn.

Und die Jugend der Welt fühlte offenbar überall gleich. Das Verlangen nach mehr Grunge wuchs. Und die Plattenfirmen gaben ihr, was sie wollte. Untergrundhelden wie Soundgarden, Mudhoney und Dinosaur Jr. waren plötzlich bei Majors unter Vertrag. Daneben setzten sich R.E.M. und die Smashing Pumpkins durch. Es war eine Zeit des Aufbruchs. Auf einmal nahmen viele musikalische Strömungen Gestalt an und wurden massenkompatibel: Techno, HipHop, BritPop, TripHop.

Und was war sonst noch los, in diesem musikalisch so aufregenden Jahr? Boris Jelzin wurde zum russischen Präsidenten gewählt. Michail Gorbatschow musste hingegen von der Macht Abschied nehmen. Krieg am Golf! Die Amerikaner trieben die irakische Armee in Windeseile aus Kuwait, hatten danach aber jede Menge Arbeit, die brennenden Ölquellen zu löschen.

Die 20 Tracks der SZ-Diskothek 1991 präsentieren u.a. Songs von Crystal Waters („Gypsy woman“), Matthew Sweet („Girlfriend“), Teenage Fanclub („Star sign“), The Farm („All together now“), Salt’N Pepa („Let’s talk about sex“), Pixies („Alec Eiffel”) und Marc Cohn, mit seinem Superhit „Walking in Memphis“. Nur schade – wie gesagt – dass die Grunge-Welle musikalisch zu kurz kommt

Anspieltipps:

  • Soundgarden – Outshined
  • Ice-T – O.G. Original Gangsta
  • Element Of Crime – Blaulicht und Zwielicht
  • Saint Etienne – Only love can break your heart
  • Zur SZ-Diskothek

Neue Kritiken im Genre „Sampler“
8.5/10

SZ Diskothek: 1963
  • 2005    
8.5/10

SZ Diskothek: 1988
  • 2005    
6/10

SZ Diskothek: 1965
  • 2005    
Diskutiere über „Diverse“
comments powered by Disqus