Jennifer Lopez - Como Ama Una Mujer - Cover
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Jennifer Lopez Como Ama Una Mujer


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Für ihr erstes rein spanischsprachiges Album gibt die Diva die Information heraus, dass sie nun endlich dort angekommen sei, wo sie musikalisch schon immer hin wollte.

Vor ein paar Jahren wollte uns Jennifer Lopez weiß machen, dass sie „Jenny from the Block“ sei. Also der bodenständige Star zum anfassen, der gleich um die Ecke in der New Yorker Bronx wohnt. Jemand wie du und ich, der sich hochgearbeitet hat, aber immer noch zu uns gehört. Alles Quatsch! Denn genau das ist „La Lopez“ bestimmt nicht! Vielmehr ist die 37jährige Schauspielerin, Sängerin, Designerin und Firmenchefin das Produkt einer geschickt durchkonstruierten Vermarktungsmaschinerie, die auf Lopez’ perfekt in Szene gesetztes Aussehen und ihr Image als Sauberfrau setzt.

Da wird das Star-Sein zur eigentlichen Leistung und nicht der berufliche Inhalt, der sich mit erstaunlich dünnem Stimmchen und beachtlich wenig schauspielerischem Talent auszeichnet. Dennoch hat es zu ein paar veritablen Kino-Kassenschlagern gereicht und mit mehr als 25 Millionen verkauften Alben über sieben Millionen abgesetzten Singles ist Jennifer Lopez auch im Music Business eine feste Größe. Und doch bekommt das Konstrukt „Lopez“ langsam Risse. So verkaufte sich das letzte Studioalbum „Rebirth“ (2005) vergleichsweise mäßig und Filme wie „Manhattan Love Story“ oder das peinliche „Gigli“ unterstrichen das Abonnement der Latina für die unbeliebte Auszeichnung mit der Goldenen Himbeere. Wenigstens scheint es privat endlich besser zu laufen. Seit Juni 2004 ist Jennifer Lopez mit dem Sänger Marc Anthony verheiratet, mit dem sie auch an ihrer neuen CD „Como Ama Una Mujer“ („Wie eine Frau liebt”) arbeitete.

Für ihr erstes rein spanischsprachiges Album gibt die Diva die Information heraus, dass sie nun endlich dort angekommen sei, wo sie musikalisch schon immer hin wollte. Na klar, das glauben wir sofort! Deshalb verkörpert sie jetzt von heute auf morgen das liebe Mädchen aus Puerto Rico, das ihre Salsa- und Flamenco-Roots in Latin-Popsongs verarbeitet, als hätte es den ganzen HipHop- und R&B-Schwurbel vorheriger Werke nicht gegeben. Das aber gerade so eine (wohl nur vorübergehende) Stilkorrektur ein besonderes Maß an Authentizität verlangt, um die es bei Frau Lopez schon früher nicht gut bestellt war, macht „Como Ama Una Mujer“ zu einer ernüchternden Erfahrung.

Was sich anfänglich wie ein spannendes Experiment anhörte, stellt sich schnell als eine biedere und musikalisch komplett risikofreie Mainstream-Veranstaltung heraus, die sich nur in der Sprache von vorherigen Werken unterscheidet. Da fallen sogar die Kommentare in den sogenannten Branchenmagazinen erstaunlich nüchtern aus – und das, obwohl Kritik in solchen Blättern ein Fremdwort zu sein scheint. Doch war nicht von vornherein zu erwarten, dass „The Butt“ den sicheren Weg wählen würde und die Latin-Elemente zwischen Pop und R&B mit der Lupe zu suchen sein würden? So ist es jedenfalls gekommen und „Como Ama Una Mujer“ nichts weiter als eine Ansammlung fader Lieder geworden, die sich häufig als schmachtende Balladen („Por arriesgarnos“) und ganz selten als tanzbare Tracks wie die erste Singleauskopplung „Qué hiciste“ entpuppen. Das ist einfach zu glatt und seelenlos, so dass man dieses Hochglanzprodukt nicht mal ansatzweise ernst nehmen kann.

Anspieltipps:

  • Adiós
  • Apresúrate
  • Qué hiciste
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