The Horror The Horror - The Horror The Horror - Cover
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The Horror The Horror The Horror The Horror


  • Label: Tapete/INDIGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Glaubt man den Rough Trade Shops UK, so steht uns mit der schwedischen Band The Horror The Horror der nächste große Überflieger ins britisch geprägte Rock´n Roll-Haus. Faktisch betrachtet haben wir es mit fünf jungen Herren zu tun, die sich nach einem Zitat Marlon Brandos aus „Apocalypse Now“ benannt haben und kühlen Rock mit der gewöhnlichen Rotzigkeit an den Tag legen. Das Hamburger Indielabel Tapete Records hat nun also eine berechtigte Hoffnung auf internationalen Erfolg und kann sich glücklich schätzen, die Stockholmer früh gesichtet zu haben. Nach einigen Jahren, die komplett im Zeichen der Liebe zur Musik standen, wird die akribische Art des kleinen Labels vielleicht auch anhand von Verkaufszahlen belohnt. Zumindest sieht es stark danach aus: Schon die vor kurzer Zeit veröffentlichte Vinyl-Single von „Sound Of Sirens“ brachte die Briten und den damit oft einhergehenden Hypeverlauf auf den Plan, so dass schon die Bekanntgabe der ersten Deutschlandtermine im November 2005 als Offenbarung gefeiert wurde. Da dieser Tage das Fulllength-Debüt in die CD-Läden wandert, kann man sich ausführlich im Ruhigen ein Bild von dieser Band und der Musik machen, denn auch Schweden kochen nur mit Wasser.

Wasser könnte definitiv von den Decken europäischer Miniclubs auf die feiernden Leute herunter fallen, wenn der Opener „De-Evolution According To THTH“ zum Refrain ansetzt und sich die Gitarren melodisch ins Nervenzentrum spielen. Joel Lindström singt dazu unaufgeregt und im britischen Sinne unterkühlt, wie man es von den zahllosen, jungen Bands aus der Genrenachbarschaft kennt. „Twice In A Lifetime“ weist eine sich wunderbar steigernde Bridge auf und fordert das filigrane, harmonienreiche Gitarrenspiel zu eingängigsten Momenten auf. Melancholisch verträumt wird bei „All I Can Do“ geschwelgt was das Zeug hält, ohne antreibende Arrangements zu vernachlässigen. So ganz wird man den üblen Beigeschmack aber auch nach dem vierten Song nicht los. Zu gleichmäßig britrockt es da vor sich hin. Lediglich die Gitarrenarbeit ist stets mehr als ein Ohr wert und verdient sich zu Recht die Lorbeeren. Um der Langeweile auf diesem Werk nicht allzu viel Aufmerksamkeit zu schenken, kommt die Single „Sound Of Sirens“ auf der Hälfte der Albumlänge gerade richtig. Diese weist nämlich genug Spielfreude auf, damit man auch nach dem mehrmaligem Hören des Werkes die Ohren spitzt und sich an variablen Rhythmen sowie begnadeter Ohrwurmtendenz ergötzt. „Kate And Jim“ lässt dann zum ersten Mal auf dieser Scheibe die Zügel los und befreit sich mit selbstbewusstem Rock´n Roll, der einfach nur Spaß macht und ungezwungen den Hörer erobert.

Vielleicht lag es an der Erwartungshaltung und den Lobeshymnen vor der Fertigstellung dieses Longplayers, dass The Horror The Horror auf weiten Strecken allzu gewollt klingen und selten die losgelöste Energie präsentieren, die sie beispielsweise bei „Kate And Jim“ zum Ausdruck bringen. Das Album ist gut, eingängig und trotzdem Durchschnitt, obwohl die fünf Herren aus Stockholm immer wieder versuchen, den nötigen Charme zu servieren, der bei dieser Masse an aufstrebenden Britrock-Passionisten einfach nötig ist, um wirklich zu beeindrucken.

Anspieltipps:

  • All I Can Do
  • Sound Of Sirens
  • Kate And Jim
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