The Fallout Theory - So Happy You´re Not Here - Cover
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The Fallout Theory So Happy You´re Not Here


  • Label: Supermusic/ALIVE
  • Laufzeit: 41 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Gibt es eigentlich ein Patentrezept für erfolgreichen Pop-Punk à la Simple Plan oder Yellowcard? Natürlich! Und die Zutaten sind schon lange kein Geheimnis mehr: Man nehme vier recht schnuckelige Highschool-Typen, packe sie in gewollt abgetragene Skaterklamotten irgendeines aufstrebenden Streetwearlabels und verpasse ihnen eine leicht feminine Haarpracht. Das ganze hält man dann auf einer Zwei-Millionen-Pixel-Cam fest und stellt es auf eine rein provisorische Website. Sind Style und Aussehen auf die Zahnspangenträgerinnen dieser Welt zugeschnitten, kann der Sound der aufstrebenden „Punkband“ angegangen werden. Auf keinen Fall darf er zu eigenständig und erwachsen klingen. Eine Mischung aus geklauten The Ataris- oder Blink182-Riffs gilt als absolutes Muss für eine Platzierung irgendwo in den Charts.

Ist die erfolgreiche Kopie gelungen, ist es Zeit für den Frontmann das Ruder in die Hand zu nehmen. Sein Part ist es, schmerzliche Erfahrungen, Emotionen und einen Hauch von Ironie in den tiefgründigen Texten unterzubringen. Liebeskummer ist okay, mindestens eine Beziehungsfloskel Pflicht, aber am besten packt man gleich die herzerreißenden Geschichten aller Verflossenen in einen Song, den man in einem kreativen Erguss am besten „Our best kept secret“ oder „You can hug a photograph“ tauft. Der aufmerksame Leser bemerkt, als Pop-Punker ist alles andere als Oberflächigkeit gefragt.

Was die Stimme anbelangt, so sollte sich der Sangeskünstler ebenfalls an seinen Genrekollegen orientieren. Die haben ja schließlich auch Erfolg. Zu guter letzt benötigt das Baby nur noch einen Namen. Noch immer sind „The“-Bands richtig hip, dazu zwei oder drei Wörter im Bandnamen, die irgendwie „Emo“ implizieren und dann nennt man sich einfach „The Fallout Theory“, was ungefähr so viel wie „Die Abfallquoten-Theorie“ bedeutet.

Da soll mal einer die Plattenfirmen verstehen. Erst beklagen sie sich über den miserablen Zustand der Musikindustrie und den Rückgang der Verkaufszahlen und dann schaffen sie selbst ein Überangebot an mittelmäßigen Produkten, zu denen The Fallout Theory definitiv dazuzählen. Gibt’s denn nicht schon genug Gruppen mit dämlichen Namen, ähnlichen Songs und noch inspirationsloseren Texten? Ist es da nicht verständlich, dass der Hörer langsam nicht mehr weiß wohin mit seinem Konsumverhalten? Anscheinend nicht!

The Fallout Theory reihen sich mit ihrem Erstlingswerk gekonnt in die Reihe zweitklassiger Punkbands mit Popambitionen ein. Nicht mehr und nicht weniger.

Anspieltipps:

  • Drive Like Reason
  • Sleep Without Answers
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