Hawthorne Heights - If Only You Were Lonely - Cover
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Hawthorne Heights If Only You Were Lonely


  • Label: Victory Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Phänomen Hawthorne Heights geht in die zweite Runde. 2004 veröffentlichten die fünf Screamo/Emo-Jungs aus Dayton, Ohio mit „The Silence In Black And White“ ein Album, das trotz musikalischer Mittelmäßigkeit in den Staaten weit über 700.000 verkaufte Einheiten zählte und die Band direkt an die Spitze des Genres katapultierte. Zwei Jahre sind seitdem vergangen und einiges hat sich verändert. Bands wie Thrice oder Matchbook Romance kehren dem Genre den Rücken, Mütterchen Screamo macht es sich angesichts der aktuellen Entwicklungen im Sterbebett gemütlich und junge Bands wie Hawthorne Heights haben es noch schwerer sich durchzusetzen.

Schon nach den ersten Klängen wird klar, dass die Band ihrer Linie weitgehend treu geblieben ist. Sie präsentiert sich auf altbekanntem Niveau. Wieder einmal treffen wuchtige Gitarren auf Sing-A-Long-Refrains, jeder Song ist ein kleiner Clubhit und wieder werden Stücke wie der Opener „This is who we are“ durch schlecht platzierte Brülleinlagen ihrer Wirkung beraubt. Die Grölparts wurden zwar radikal zurückgeschraubt, doch wenn sie auftreten, gewinnt man der Kehlkopfakrobatik von Sänger Woodruff höchstens ein Schmunzeln ab, anstatt Schmerz und Zerrissenheit zu fühlen, wie eigentlich beabsichtigt. Aber man möchte ja „tough“ sein und wer ein harter Kerl ist, muss einfach ab und an mal schreien. Wer hat das noch mal behauptet?

Es gibt auch Lichtblicke auf „If Only You Were Lonely“. Tracks wie „Language lessons“ oder „We are so last year“ bestechen durch poppigen Gesang ohne Nebeneffekte und wissen zumindest ein wenig mitzureißen. Textlich jedoch geht es gewohnt mager – oder sagen wir lieber „teeniekonform“ – zur Sache. Wie nicht anders zu erwarten, geht es inhaltlich einmal mehr um die Schmach des Verlassenen und um diejenigen, die dafür verantwortlich sind („I hope this song can tell you how I feel tonight, you are my first dissection spilling my insides, let’s write our names with the blood that's in our cheeks, so it won't wash away if I don't come home for weeks, if I don't come home... I never said (never said) this would be easy, I let her go when she said she was leaving, so whisper softly, and don't forget, to tell me how you feel in five words or less“). Noch ein uninteressanter Erfahrungsbericht über ein noch viel uninteressanteres Thema. Muss das wirklich sein!?

Legen wir einfach mal die Karten auf den Tisch. Eine Band wie Hawthorne Heights steht definitiv nicht für Innovation oder Experimentierfreudigkeit. Sie macht einzig und allein das, was zig Bands vor ihnen gemacht haben und teilweise immer noch praktizieren. „If Only You Were Lonely“ ist kein Meisterwerk, was auch nicht zu erwarten war, aber dennoch wird es seine Hörer finden. Denn genau durch jenen schmalen Grat zwischen „sich treu bleiben“ und „Screamo für Jedermann“ gelingt es der Band, Fans des Genres zu beglücken und dennoch eine neue Hörerschaft zu erreichen. Und genau das macht sie zu heißen Anwärtern auf den Titel „Senkrechtstarter des Jahres“.

Anspieltipps:

  • We are so last year
  • Dead in the Water
  • Language lessons (Five words or less)
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