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Diverse SZ Diskothek: 1984


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 80 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

In das Musikjahr 1984 taucht der Autor Felix Bayer ab. Er war in diesem Jahr 13 Jahre alt. Er berichtet, dass die frühen Achtziger von Popgruppen aus Großbritannien bestimmt wurden, deren Wurzeln im Punk und Postpunk lagen, aber dennoch Mainstream-Erfolge anstrebten – und auch erlangten, wie die Beispiele The Human League, ABC, Heaven 17 oder Dexy’s Midnight Runners zeigen.

Der New Pop feierte sein letztes großes Hurra. Dabei will die Popstar-Generation von 1984 weder hip und cool sein, noch hängt sie größeren Ideen nach – sie beschränkt sich auf den kommerziellen Ehrgeiz und hat ein Faible für handgespielte Musik, das mit Punk überholt gewesen schien. Durch Musikertypen wie Howard Jones werden Punk und Postpunk endgültig Geschichte. Es wurden viele kleine Labels wie Creation Records oder SST gegründet. Und egal ob englischer Indiepop oder amerikanischer Indierock, ob Gothic oder Psychobilly, Electronic Body Music oder House – die meisten musikalischen Innovationen der zweiten Hälfte der Achtziger entstanden bei unabhängigen Labels.

Der Mainstream entdeckte derweil die Boygroups wieder und entwickelte seine Hitformeln weiter; auch Stock-Aitken-Waterman haben 1984 ihre ersten Hits als Produzententeam. Die zwei Welten, die sich 1984 zu trennen beginnen, existieren in der Folge nebeneinander, scheinbar ohne Kontakt. Erst Jahre später, vielleicht erst mit dem überraschenden Erfolg von Nirvana, ergeben sich wieder Anknüpfungspunkte. Und dann, 1991, waren die Achtziger auch definitiv vorbei.

Am Anfang war dagegen die Homecomputerwelle. Commodores „C 64“ wurde zum millionenfach verkauften Heimcomputer. Spiele wie „The Dallas Quest“, „Pitstop“, „Decathlon“, „Breakdance“, „Winter Games“ und „Montezuma’s Revenge“ waren pixelige Millionenseller, die schon bald – schwarz kopiert – wie wild auf Schulhöfen getauscht wurden – genauso wie selbst zusammengestellte Kassetten mit Lieblingsliedern. Lieder, wie die 20 auf der beigefügten CD, von The Style Council („Shout to the top“), Echon & The Bunnymen („The killing moon“), Lou Reed („I love you, Suzanne”), Leonhard Cohen („Dance me to the end of love”), Lloyd Cole & The Commotions („Rattlesnakes”) und Foreigner („I want to know what love is”).

Anspieltipps:

  • Die Ärzte – Zu spät
  • Commodores - Nightshift
  • Talk Talk – Such a shame
  • Alphaville – Forever young
  • Frankie Goes To Holywood – The power of love
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