Andrea Bocelli - Amore - Cover
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Andrea Bocelli Amore


  • Label: Sugar Music/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 61 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Amore” ist das zehnte international auf den Markt gebrachte Album von Andrea Bocelli. Der 47jährige Tenor aus Pisa, der im Opern-Genre nie wirklich Fuß fassen konnte, wurde in Deutschland so richtig bekannt, als 1996 mit der englischen Sopranistin Sarah Brightman bei Henry Maskes letztem Boxkampf „Time to say goodbye“ intonierte. Danach waren auch die Deutschen ganz verrückt nach Bocellis Mischung aus Schlager und Klassik. Mit „Amore“ kehrt Bocelli nun zum Stil des international erfolgreichen ’97er Albums „Romanza“ zurück, auf dem er klassische italienischen Pop-Balladen sang.

Heuer bedient Herr Bocelli seine Fans mit 15 beliebten Standards, die er von David Foster (Michael Bublé, Celine Dion, Josh Groban) und Humberto Gatica (Luis Miguel, R. Kelly, Julio Iglesias) produzieren ließ. Zusammen mit Tony Renis (Josh Groban) stellte er italienische, spanische, französische und lateinamerikanische Songs zusammen, die ca. 60 Jahre Musikgeschichte abdecken und von Legenden wie Elvis Presley, Frank Sinatra oder Edith Piaf zu internationalen Klassikern gemacht worden waren. Damit dürfte er exakt in die Herzen seiner Fans zielen, die nicht nur mit dem Startenor allein Vorlieb nehmen müssen, sondern auch zahlreiche Gaststars präsentiert bekommen.

Saxophonist Kenny G. ist bei „Mi manchi“ dabei, Chris Botti spielt in „Estate“ Trompete und Mario Reyes begleitet „Jurame“ mit der Flamenco-Gitarre. Als Duettpartner konnten zudem Altmeister Stevie Wonder („Canzoni stonate“) und Popstar Christina Aguilera („Somos novios“) gewonnen werden. Und wo wir schon beim gepflegten Name Dropping sind, dürfen auch die Studiomusiker nicht vergessen werden, die für das Who is Who der Pop-Szene arbeiteten. So wurden die E- und Akustik-Gitarren von Dean Parks (Stevie Wonder, Billy Joel, BB King), Michael Landau (Pink Floyd, Joni Mitchell, Miles Davis) und Michael Thompson (Michael Jackson, Madonna, Mariah Carey) eingespielt; spanische Gitarre, Mandoline, Charango, Bajo Sexto und Vihuela von Ramon Stagnaro (Luis Miguel, Alejandro Sanz, Enrique Iglesias); den Bass spielte Nathan East (Eric Clapton, Phil Collins); am Schlagzeug saß Vinnie Colaiuta (Sting, Marcus Miller, David Sanborn); an Klavier und Keyboards Randy Waldman (Barbara Streisand, Kenny G, George Benson); für Percussion-Parts waren Paulinho Da Costa (Prince, Quincy Jones, Herbie Hancock) und Rafael Padilla (Gloria Estefan, Alejandro Sanz) verantwortlich, dazu spielte Dan Higgins (Rod Stewart, Bette Midler, Burt Bacharach) die Flöte.

Das Resultat ist demnach gewohnte Bocelli-Kost: Immer eine Spur zu schmalzig („Mi manchi“), immer etwas zu kitschig („Besame mucho“) und grundsätzlich einen Tick zu weichgespült („Somos novios“). Deshalb sollte der geneigte Hörer ausdrücklich ein Faible für diese Musik haben, sonst besteht nämlich die Gefahr eines Zuckerschocks, aufgrund dieser extra-süßen Portion Klassik-Pop, in deren Riege nur noch die frankokanadische Drossel Celine Dion fehlt. Dann hätten wir gleich noch einen Punkt in der Wertung abgezogen, für ein Album, das zwischen Fahrstuhl- und Kaufhausmusik pendelt. Für die einen schön schrecklich und die anderen schrecklich schön.

Anspieltipps:

  • Amapola
  • Pero te extrano
  • Canzoni stonate
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