Silentium - Seducia - Cover
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Silentium Seducia


  • Label: Dynamic Arts Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Jetzt, wo die italienische Gothic-Metal-Combo Lacuna Coil um Frontbeauty Cristina Scabbia auf der Erfolgswelle schwimmt und die Gothic-Anteile in ihrem Sound langsam aber sicher zurückfährt, ergeben sich Lücken für andere Bands aus dem Gothic-Genre. Zum Beispiel für die finnischen Düster-Theatraliker von Silentium. Die sechsköpfige Band – gegründet vor zehn Jahren – setzt trotz ihrer beiden Gitarristen (Toni Lahtinen, Juha Lehtioska) auf relativ überschaubare metallische Elemente. Das musikalische Bild wird von voluminösen Geigen und Keyboards sowie einem sehr präsenten Drumsound geprägt. In diesem Stil haben Silentium drei Alben herausgebracht, wobei das letzte Werk „Sufferion: Hamartia Of Prudence“ (2003) von Nightwish-Mitglied Tuomas Holopainen produziert wurde.

Mit so einer Prominenz kann die Band auf ihrem vierten Output „Seducia“ nicht locken. Deshalb leidet das im Mai letzten Jahres eingespielte Werk zwar nicht an einer schlechten Produktion, aber echte Begeisterung will bei den acht, zum Teil sehr epischen Stücken nicht aufkommen. Die Musiker wissen natürlich ihre Instrumente zu bedienen und die komplexen Kompositionen zeugen von einigem Können. Nichtsdestotrotz plätschern Songs wie „Serpentized“ und „Unbroken“ harmlos vor sich hin, auch wenn sich die Gesangsabteilung (der weibliche Neuzugang Riina Rinkinnen und ihrer männlicher Partner Matti Aikio) dramatisch die Bälle zuspielt.

Besser sind da schon der bombastische Opener „Hangman’s lullaby“ und „Dead silent“, die einigermaßen knackig aus den Boxen tönen und düstere Celloparts im Stile von Apocalyptica präsentieren. Doch über die gesamte Spielzeit hinweg können die Finnen keine Spannung aufbauen. Irgendwann rutscht dem Hörer das Album weg und trudelt mit belanglosen Progressive-Gothic-Stücken á la „Frostnight“ und „Children of chaos“, bei dem vor allem der schräge Gesang nervt, im Ziel ein. Damit wollen wir es dann auch sein lassen.

Anspieltipps:

  • Dead silent
  • Hangman’s lullaby
  • Empress of the dark
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