Julia - Sunrise - Cover
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Julia Sunrise


  • Label: Monkey Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die österreichische Band Julia kann seit ihrer Gründung 2000 neben zwei EP´s („Anti depression air condition“ 2002, „Put to sleep“ 2003) und dem Album „Songs about decay“ (2004), das auf dem damals frisch gegründeten Indie-Label Monkey Music als Katalognummer 1 erschienen ist, bis zur Veröffentlichung des zweiten Longplayers sage und schreibe über 300 Auftritte in 10 verschiedenen Ländern vorweisen. Hierzu zählten Gigs auf diversen Festivals wie dem Frequency, dem Nova-Rock, dem Taubertal Open Air, der Berlinova oder dem ungarischen Sziget-Festival. Nicht unmaßgeblich zum Bekanntheitsfaktor beigetragen hat die Eishockey-WM-2005-Hymne „Beautiful“ und der gefällige Mix aus Rock, Punk, Grunge, Emo, Metal und Gitarrenpop.

Für „Sunrise“ wurden einige Parameter zurückgenommen, Metal, Grunge oder Emo blitzen ansatzweise auf, sind aber als stilbildendes Mittel in dieser Weise nicht mehr vorhanden. Vielmehr haben sich die vier Jungs Matthias Kobold (Gesang), Alex Schuster (Schlagzeug), Karl Mayer (Gitarre) und Alex Schell (Bass) auf den Leitsatz „Hauptsache es rockt, macht Spaß und hat Stil“ gestützt. „Uns ging es diesmal eindeutig darum, die rohen Elemente unserer Liveperformance möglichst ungefiltert auf Platte zu bringen – funktioniert ein Song nicht auf der Bühne oder im Proberaum, dann wird er diese Platte nicht schmücken.“ Was auf „Sunrise“ dann aber doch überhand gewinnt ist „Feelgood-Stadionrock“, der sich in einzelnen Passagen quer durch die 14 Songs zieht und langsam aber sicher Lust auf ein Konzert des Quartetts macht, da die Tracks im heimischen Wohnzimmer mit dieser Attitüde leider mächtig baden gehen, außer man nennt ein abgeschiedenes Haus im Wald sein eigen und hat keine Angst die restlichen Bewohner des Waldes würden aufgrund des erhöhten Dezibelspiegels Amok laufen, denn auf voller Lautstärke geht Julia ab wie die Post!

In gemäßigten Ausmaßen stellt sich dieses Gefühl leider nur bedingt ein und seien wir mal ehrlich: Beim Drehen des Lautstärkreglers ganz nach rechts könnte sogar ein verrückter Frosch Spaß machen. Julia mangelt es einfach an eigenständigem Songmaterial, das nicht an genreverwandte Bands erinnert. Allein der Gastauftritt von Marcus Smaller in „Crash test youth“ ist mehr 3 Feet Smaller als Julia. Möglicherweise war das in diesem Fall auch absichtlich beabsichtigt. Ein weiteres Manko sind die Refrains, die zum größten Teil darauf ausgelegt sind von der Masse mitgegrölt werden zu können und dadurch wird so mancher Song schnell zum Ärgernis. Eingängigkeit ist an und für sich nichts Schlimmes, aber was bitte soll dieses „Hello Hello“-Geraunze in der Abschlussballade „Nothing“ darstellen? Genau, gar nichts! Jungs, lasst beim Songschreiben einfach eure Punkrock-Plattensammlung daheim und konzentriert euch auf eine Sache (entweder das Live-Publikum oder das Studioalbum), dann gibt es auch sicher nicht mehr soviel zu bemängeln.

Anspieltipps:

  • Optimistic
  • Superficial
  • Medication Time
  • Crash Test Youth
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