Saxon - Dogs Of War (Re-Release) - Cover
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Saxon Dogs Of War (Re-Release)


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 62 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Dogs of war“ markiert in der Diskographie und im Bandgeschehen von Saxon eine Wende. Nachdem Graham Oliver, Steve Dawson, Biff Byford und Paul Quinn sich 1976 aus den Überresten der beiden Bands Sob und Coast zusammen mit Schlagzeuger Pete Gill zu Son Of A Bitch formierten, dessen Namen sie kurze Zeit später in Saxon änderten, wurde ihnen die Ehre zuteil vor allem aufgrund des Zweitlings „Wheels of steel“ und dem Nachfolger „Strong arm of the law“ zur Speerspitze und Mitbegründung der New Wave of British Heavy Metal gezählt zu werden. Mit dem Adler als Bandinsignie unterwegs heizten Saxon auf ihren Tourneen rund um den Globus der Menge ordentlich ein und füllten bald darauf als Headliner die Stadien der Welt anstatt nur im Vorprogramm von Motörhead aufzutreten. Als die Nachfrage nach neuem Material so groß geworden war, dass Alben im Jahresrhythmus die Läden enterten, hielt künstlerische Stagnation und gesetzteres Songmaterial Einzug in ihr Schaffen. Dies führte zur Schelte seitens der Fans, die den veränderten Sound mit rückgängigen Verkaufszahlen straften und zur Kritik seitens der Presse, die Saxon schon ihren Fortbestand streitig machen wollte.

Diesem Umstand entgegenwirkend schlugen sie wieder weitaus härtere Töne in „Solid ball of rock“ (1991) und dem sukzessiven „Forever free“ (1992) an und standen zumindest von der Seite der Kritiker her wieder hoch im Kurs. Biff Byford sieht das allerdings etwas anders und erklärt in den Liner Notes der nun erscheinenden Neuauflage vom 1995er Output „Dogs of war“: „’Dogs of war’ was in our opinion our first move back to a heavier style after ‚Solid ball of rock’ and ‚Forever free’. I think the album was a milestone in our career because it was a more fresher and heavier sounding album.“ Abgesehen von dieser Meinungsverschiedenheit machte sich schon während den Aufnahmen zum Album ein Problem breit, dass das weitere Line-Up von Saxon maßgeblich verändern sollte. Graham Oliver verließ nach dem Release von „Dogs of war“ die Band, trommelte die bereits ausgestiegenen Ex-Saxon-Mitglieder Steve Dawson und Pete Gill zu sich, rief Son Of A Bitch zurück ins Leben und begann, nachdem er weitere Musiker aus früheren Besetzungen ins Boot holte, vor Gericht um die Rechte am Namen Saxon zu streiten. Der Prozess ging zugunsten Byfords aus und dieser durfte wie gewohnt weitermachen.

Wie aus diesen bandinternen Streitigkeiten ersichtlich stand „Dogs of war“ unter keinem guten Stern. Diese Zwists werden leider auch in den Songs ersichtlich, die größtenteils die Faszination der früheren Werke verloren haben, sodass dem Hörer fast ausschließlich durchschnittliche Ware vorgesetzt wird, die auch nicht durch die zwei Bonus-Live-Tracks von „The great white buffalo“ und „Denim & leather“ kaschiert werden kann. Für Komplettisten der Saxon-Diskographie ist die Neuauflage dieses Albums sicherlich nützlich, der hartgesottene Fan, der dieses Werk aller Voraussicht nach schon seit mehr als zehn Jahren im Regal stehen hat, wird mit dieser Version allerdings nicht viel anfangen können, da die enthaltenen unveröffentlichten Fotos im neuen Booklet oder die zwei zusätzlichen Songs durchaus entbehrlich sind.

Anspieltipps:

  • Demolition Alley
  • Big Twin Rolling
  • The Great White Buffalo
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