Maktub - Say What You Mean - Cover
Große Ansicht

Maktub Say What You Mean


  • Label: India/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Benannt nach einem arabischen Begriff, der soviel wie „es steht geschrieben“ bedeutet und in Paul Coelhos Bestseller „Der Alchimist“ zu finden ist, sind Maktub aus Seattle eine Band, die in Europa noch auf die große Aufmerksamkeit wartet. Geprägt wird der Bandsound durch die charismatische Stimme von Reggie Watts, der als Sohn eines amerikanischen US-Offiziers in Deutschland geboren wurde, aber in Montana aufwuchs. Der Schlagzeuger Davis Martin und Bassist Kevin Goldman bilden die prägende Rhythmusabteilung und hatten sich vor zehn Jahren noch als Sessionmusiker einen Namen gemacht, der sie schlussendlich zu Reggie Watts und der gemeinsamen Band brachte.

Schon in der ersten gemeinsamen Jam-Session fanden die Drei eine gute Verbindung zueinander und nahmen das von Dub, Rhythm´n Blues sowie TripHop geprägte Debüt „Subtle Ways“ auf, welches 1999 erschien und bei den Northwest Music Awards als bestes R&B-Album ausgezeichnet wurde. Ein Jahr später komplettierte sich die amerikanische Band durch Daniel Spills als Keyboarder und Thaddeus Turner an der Gitarre. Nach dem von Steve Fisk (Nirvana, Soul Coughing) verfeinerten, zweiten Werk „Khronos“ übernahm im Sommer 2004 der New Yorker Produzent Bob Power (De La Soul, The Roots, A Tribe Called Quest) die Regie für das neue Album „Say What You Mean“, das gefühlvolle Soul-Arrangements und Rock´n Roll gleichermaßen vereint.

Antreibend zeigt uns der Opener „Promise Me“ den Weg zur Sonne. Die Drums sind fein akzentuiert und offenbaren trotz einer hohen Energie viel Gefühl. Über dieses verfügt auch Vokalist Reggie Watts, der mit seiner dunklen Stimme und enormer Leidenschaft für den Zuckerguss einer geschmackvollen Platte sorgt. Gelassen erklingt der Titelsong, um sich mit einer gehörigen Portion Soul und warmer Atmosphäre in die Herzen zu spielen. Zart kommt ein Gitarrensolo zum Zuge und wandert zwischen Keyboard-Tupfern sowie zurückhaltenden Percussions in blumige Gegenden. Obwohl es hier und da zuviel der süßlichen Romantik an die Oberfläche tritt, kann man sich der einschmeichelnden Gütigkeit nicht entziehen und versinkt in eine träumerischen Welt, die eine große Anziehungskraft ausstrahlt.

Wenn es jedoch bei „Daily Dosage“ rockiger wird und der mitreißende Refrain zum Tanzen einladen soll, fällt der blecherne Sound und die schwammige Produktion deutlicher auf. Somit schafft es die angepeilte Energie nicht bis zum Hörer und geht in harmlosen, hölzern klingenden Drums unter. Zum Glück zünden trotz des in manchen Belangen dem Anspruch unterlegenden Sound besonders die souligen Momente voller Genuss und Hingabe. Egal, ob man das verwinkelte „Seeing Is Believing“ oder das lässig beschwingte „Feel Like Another One“ zur Hand nimmt, das Herz blüht auf und sendet gute Laune an seinen Inhaber. Eine Platte, die Soul auf rockige Weise verarbeitet und eine nie versiegende Wärme vorweist, welche trotz der ungenügenden Produktion den Hörer zum Schmachten verleitet.

Anspieltipps:

  • Promise Me
  • Seeing Is Believing
  • Feel Like Another One
  • Nobody Loves You Like I Do
Neue Kritiken im Genre „Soul“
8/10

The Spirit Of Memphis 1962 - 1976
  • 2017    
Diskutiere über „Maktub“
comments powered by Disqus