John Sutherland - Don´t Look Back - Cover
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John Sutherland Don´t Look Back


  • Label: Centaurus/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

John Sutherland, 1983 in Columbus (USA) geboren, verwirklicht 2001 mit einem New Yorker Musikprojekt als Mitglied der Boygroup B3 seinen Traum als Popstar. Sage und schreibe zehn Singles sowie drei Studioalben werden in dem nur dreijährigen Bestehen auf die Musikkundschaft losgelassen, die selbstredend in der Überzahl aus Frauen besteht. Das Auge hört eben mit. Genau dieser visuelle Effekt begleitet John Sutherland schon in jungen Jahren, als er Hauptrollen am regionalen Theater übernimmt. Doch nicht nur die Schauspielerei begeistert ihn, denn schnell findet er zur Musik, arbeitet intensiv am Gesang und nimmt oben erwähntes Engagement bei B3 an. Als die Drei getrennte Wege gehen und B3 somit aufgelöst werden, baut J. Sutherland seine gesangliche Qualitäten weiter aus, nimmt das Duett „One True Heart“ mit der US-Sängerin Sophie B. Hawkins für den Film „Nussknacker Und Mäusekönig“ auf und formt das Debütalbum „Don´t Look Back“, welches mit Produzent Tommy D. (Kylie Minogue, Jamelia, Sugababes) entstand. Eine bunte Mischung aus Rock mit großem Pop-Anteil und sanftmütigen Balladen im Herzensbrecher-Stil bestimmt einen durchaus netten Longplayer.

Die ersten beiden Tracks, „Teenage Suburban Queen“ und „Everywhere But Here“, lassen einen sonnigen Entstehungsort vermuten, da rockige Arrangements die braungebrannten Muskelberge eines kalifornischen Bürgers Ihrer Wahl veredeln. Zwischen Piano, Gitarre und beschwingten Drums passt trotz einer gewissen Soundfülle die glasklare Stimme von Mr. Sutherland, der seine ganze Raffinesse im Umgang mit Tonlagen offenbart und vor allem auch dadurch einen positiven, unbedarften Eindruck hinterlässt. So verspielt und locker kann manch grauer Morgen versüßt werden. Eher für die Abendstunden in gedankenverhangener Schwelgerei ist dagegen „Rocket Man“, im Original von Elton John, gedacht. Emotional etwas überlastet drängen sich Streicher in den Vordergrund, welche nah am Kitsch wandern und es nicht fortwährend verstehen, diese in bester Seemannsmanier zu umschiffen. Diese Glätte und der zeitweise übertriebene Ballast an Herzschmerz-Romantik macht es dem Album dann auch schwer, so richtig Fuß zu fassen und über den Durchschnitt hinaus zu kommen. „Lose My Way“ ist so ein Fall, wo seicht treibend das nette Arrangement durch allzu fordernde Dramatik in den Hintergrund gerückt wird und dadurch an ernstzunehmender Stimmung verliert.

Die rockigen Momente, die ausgewogen zu den Balladen auf „Don´t Look Back“ enthalten sind, erzeugen durch ihre unbeschwerte, aufmunternde Art viel Wohlklang und bilden die Sonnenstrahlen an einem ansonsten durchschnittlichen Pop-Himmel. Mit andauernder Spielzeit wird dieser munteren Gangart nicht mehr allzu viel Beachtung geschenkt, was zur Folge hat, dass der Longplayer ab der Mitte schwächelt und erst mit dem Rausschmeißer „Carry On“ wieder aufblüht. Diese wirklich gelungene Ballade reißt naturbelassene Schönheit an sich und verschmilzt direkt das Herz ansprechend mit der wärmenden Stimme. Gesanglich beehrt uns John Sutherland mit aussagefähigem Können, welches auf instrumentaler Ebene und im Songwriting leider nur bei einigen Songs festzustellen ist.

Anspieltipps:

  • Everywhere But Here
  • Rocket Man
  • Over The Edge
  • Carry On
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