Bushido - Deutschland, Gib Mir Ein Mic! - Cover
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Bushido Deutschland, Gib Mir Ein Mic!


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 95 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Geiz ist geil, aber Reichtum noch viel geiler! Und deshalb tut Deutschlands Gangsta Rapper Nummer 1 derzeit alles, um seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Dazu gehören zum Beispiel Auftritte in seriösen Talkshows und eine überraschend enge Zusammenarbeit mit der Jugendpostille Bravo. Als Lohn fuhren die Alben „Electro Ghetto“ und „Staatsfeind Nr. 1“ Gold für mehr als 100.000 verkaufte Einheiten ein. Fragt sich nur, wie die alten Bushido-Fans die Sache sehen, wenn ihr „Held der Straße“ neben Tokio Hotel, US 5, LaFee und den Killerpilzen in großen „Foto Home Stories“ aus dem Nähkästchen plaudert. Aber was soll’s? Wahrscheinlich würden wir es nicht anders machen…

Der frischgebackene Echo-Gewinner als „bester Live Act national“ bleibt jedenfalls am Ball und legt ein halbes Jahr nach seinem aktuellen Studioalbum frisches Material für seine Anhänger nach. Auf DVD und Doppel-CD präsentiert er sein erstes Live-Album „Deutschland, gib mir ein Mic“, das in der ausverkauften Berliner C-Halle mitgeschnitten wurde. Vor 3.000 Besuchern inklusive King Bushidos Mama (!) pflügte sich der „Endgegner“ in Begleitung seiner Gang (u.a. „DJ Haste nicht“, „MC Gesehen“ und „D-Bo“ aus der Sesamstraße) durch eine Art „Best Of“-Zusammenstellung aus seinem Backkatalog: „Vom Bordstein bis zur Skyline“, „Electro Ghetto“, „KOK Demotape“ und „Carlo Cokxxx Nutten I & II“. Abgerundet werden die 43 Tracks/Skits von den besten „Staatsfeind Nr.1“-Tracks.

Das ist natürlich „Hamma Alta!“, „krass cool“, „übelst Hamma“ „zum in die Hosen scheißen“ und eine „unendlich krasse Leistung“, wie Anis Ferchichi zum wiederholten Mal mit Bravour seiner Funktion als Vorbild für die Jugend nachkommt. Mit großer Sorgfalt stellt Bushido in seinen herausragenden, sozialkritischen Texten das Leben im „Ghetto Großstadt“ authentisch dar. Das ist die verdammte Realität in unserem Land. Und diese ist nicht eindimensional, besorgniserregend und hoffnungslos. Es geht aufwärts und die schwule PISA-Studie wird krass gefickt!

Ist doch klar: Euer Lieblingsrapper weiß, wo der Hammer hängt. Neben seinen charmanten Skits reflektiert der Bravo-Rapper auf seine unvergleichlichen, typisch derben Beats auf ganz und gar brillante Art und Weise über Freundschaft („Denk am mich“), Liebe und so ’n Scheiß („Augenblick“), Partymachen („Hymne der Straße“), lustige Schimpfwörter („Besoffene Kinder“), lecker Alkohol („Wenn wir kommen“), zarten Blümchensex („Träume im Dunkeln“) und Street Credibility („Berlin“, „Sieh in meine Augen“). Dazu können ein paar gezielte Schüsse in Herz, Lunge, Kopf des Rivalen nie schaden („Endgegner“, „Ersguterjunge“, „Typisch ich“, „Bei Nacht“). Da schiebt die Schwuchtel krass Optik, weißt du?! Wer braucht schon dich und dein Scheißleben? Hey, ist doch nicht schlimm, denn so ein bisschen Hass hat ja wohl jeder in sich, oder was?! Schließlich hatte Bushido da auch mal „so ’ne Sache in Linz“.

Während der Hörer nach einer Stunde erschöpft, aber glücklich in den Seilen hängt, hat die C-Halle noch lange nicht genug und kann noch ein paar Minuten vertragen. Mehr als 90 sind es am Ende, in denen Bushido und Gang mächtig Party machen und eindrucksvoll beweisen, wo der wahre Rap in Deutschland stattfindet. „Lasst uns krass Liebe machen und den Spieß umdrehen“. In diesem Sinne: Krasser Respekt, Alter!

****** Satire beendet! ******

Anspieltipps:

  • Sandmann
  • Staatsfeind Nr. 1
  • Ghetto Rap
  • Nie ein Rapper
  • Wenn wir kommen
  • Sieh in meine Augen
  • Cordon Sport Massenmord
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