Barzin - My Life In Rooms - Cover
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Barzin My Life In Rooms


  • Label: Monotreme Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Barzin gehören zu diesen melancholischen Bands aus Kanada, die uns a.) zurzeit mit so viel guter Musik überschwemmen und b.) beweisen, dass es jenseits von Avril Lavigne und Alanis Morissette auch noch etwas anderes als rockige Popmusik im Zeichen des Ahornblattes gibt. „My Life In Rooms“ ist das zweite Album der Band um Sänger, Songschreiber und Gitarrist Barzin H. aus Toronto, der 1995 ursprünglich als Solist begann. Doch nach und nach wuchs Barzin zu einem Projekt mit ständig wechselnder Besetzung.

Zum festen Stamm gehören Suzanne Hancock und Tony Dekker, die sämtliche Instrumente auf dem Album spielen, wobei weitere 12 Gastmusiker im Booklet gelistet sind. Der Sound der Kanadier lässt sich am ehesten mit Gruppen wie Low, Tindersticks, Mojave 3 und Sparklehorse vergleichen, also getragene Herbstmusik mit sparsamer Instrumentierung (Vibraphone, Pedal Steel Gitarre, French Horn, Violine, Piano).

Die Arbeiten an „My Life In Rooms” dauerten gut zwei Jahre und förderten neun Songs zu Tage, die vom Hörer absolute Aufmerksamkeit und den Willen zum Zuhören verlangen. Denn was das Musikerkonglomerat auf dem Werk darbietet, fällt schon fast in den Bereich der Kammermusik. Die Stücke schleichen förmlich aus den Boxen. Dezent, verspielt, mitunter recht düster und nur bedingt eingängig. Das ist gewiss nicht jedermanns Sache. Und der eine oder andere wird bei den sphärischen Klängen wohl auch selig einschlummern, aber alle die durchhalten, werden mit interessanten Songs belohnt. Da verirrt sich zum Beispiel ein pluckernder Drum Computer, an den sich eine wehklagende Lap Steel heranschleicht („Somethimes the night…“) oder es säuselt eine Violine zum Glockenspiel aus dem Keyboard („My life in rooms“).

Grundsätzlich geht es mit viel Schwermut und sehr bedächtig zu Werke, was die Käuferschicht erheblich einengen dürfte. Dennoch: das zweite Album der Kanadier ist eine bemerkenswerte Angelegenheit für Liebhaber oben genannterBands.

Anspieltipps:

  • Just more drugs
  • Somethimes the night…
  • So much time to call my own
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