Mimi Fox - Perpetually Hip - Cover
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Mimi Fox Perpetually Hip


  • Label: Favored Nations/Rough Trade
  • Laufzeit: 84 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die 50jährige Mimi Fox gehört zu den wenigen Frauen in der Musik, die sich einen Namen in der Jazzszene erarbeitet haben. Geboren und aufgewachsen in Queens, New York, siedelte sie Ende der 70er Jahre nach San Francisco um. Ihre Liebe zur Jazzmusik entdeckte sie als 14-Jährige, als sie sich ihre erste Jazzplatte kaufte. Sie spezialisiert sich als Gitarristin und bringt Mitte der 80er Jahre ihr erstes Album „Against The Grain“ auf den Markt. Quasi nebenbei unterrichtet sie an Musikhochschulen und bringt ein Lehrbuch für Jazzstandards auf der Gitarre heraus.

Ihre aktuelle musikalische Heimat ist das Favored Nations Label von Gitarristenkollege Steve Vai. Darauf erschien vor zwei Jahren „She’s The Woman“ und nun „Perpetually Hip”, ein ambitioniertes Doppelalbum mit Solosongs und Bandaufnahmen. Diese gestaltete Mimi Fox zusammen mit Harvie S. (Bass), Billy Hart (Drums), Michaelle Goerlitz (Percussion) und Xavier Davis (Piano). Beide CDs bieten eine Mischung aus 13 Eigenkompositionen und Jazzklassikern, etwa von George Gershwin, Duke Ellington, Howard Dietz und Cole Porter. Mimi Fox: „I wanted to do something a little different and showcase the two sides that I have – the group stuff where we play my compositions and the solo thing where I interpret standards”.

Eingespielt in gerade mal zwei Tagen, im August 2005, stellt Mimi Fox mit diesem Doppelalbum eindrucksvoll unter Beweis, was für eine Virtuosin sie auf der Gitarre ist. Sie verarbeitet die Einflüsse ihrer zahlreichen Konzertreisen, die sie u.a. nach Japan, Thailand, Australien und in die Karibik führten, lässt hier und dort ein bisschen Blues („The song is you“) zu oder pendelt elegant zwischen Bossa Nova („But beautiful“), Samba („On green dolphin street“) und Swing („So many stars“). Dass die hochkarätige Band auf Disc 1 mindestens soviel Raum erhält wie das Gitarrenspiel von Mimi Fox, verseht sich dabei von selbst. Das gehört schließlich zu den Grundzügen der Jazzmusik. So darf jeder mit Einfällen und Soli glänzen, auch wenn es Frau Fox und Co. ab und zu etwas übertreiben („Saluting the groove“) oder etwas zu selbstverliebt und ohne Biss vor sich hin jazzen („While Bangkok sleeps“).

Die zweite CD („Solo“) ist dann mehr etwas für Puristen, die den reinen Klängen der Jazzgitarre lauschen wollen. Das funktioniert natürlich auch und zeigt nochmals das große Können der Bay-Area-Jazzerin, aber irgendwo fehlt einem schon das versierte Zuspielen der Bälle unter den Musikern. Musikalisch sicher erste Klasse, aber für den Hausgebrauch etwas dröge und mehr an einen Gitarrenkurs an der Volkshochschule erinnernd.

Anspieltipps:

  • So many stars
  • Alone together
  • The song is you
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