Soundtrack - Short Cut To Nirvana - Cover
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Soundtrack Short Cut To Nirvana


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei „Short cut to Nirvana“ handelt es sich nicht um einen weiteren Bollywood-Film aus dem Land der Shivas und Vishnus, trotz des nett lächelnden Inders sowohl am Cover als auch am Filmplakat, sondern um eine Dokumentation der Regisseure Maurizio Benazzo und Nick Day über die Maha Kumbh Mela (das frei übersetzt großes Kesselfest bedeutet), dem ältesten Fest des hinduistischen Glaubens. Diese Pilgerfahrt findet alle 144 Jahre in Allahabad statt und eint zwischen 20 und 70 Millionen Menschen an einem Flussbettstück des Ganges. Über den weiteren Verlauf dieses Ereignisses gibt der Pressetext wohl am besten Auskunft: „Am dem Glauben nach wichtigsten Badetag suchen mehr als 25 Millionen Menschen die Segnungen des heiligen Wassers auf ihrer Haut. Der Glaube sagt, dass mit dieser einzigen rituellen Handlung die Sünden von 1000 Lebenszeiten hinweg gewaschen werden können und so der unendliche Kreislauf von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt durchbrochen werden kann. Im übertragenen Sinne eben eine Abkürzung – ein „short cut to“ – Nirvana, den Zustand der absoluten Glückseligkeit.“

Untermalt wird diese Reise mit der Originalmusik von Bob Muller, der außer einer Rolle in einem Science-Fiction-Film aus dem Ende der 80er Jahre, keine sonstigen Referenzen mit sich bringt. Dieses Debüt fällt allerdings nicht weiter auf, denn durch Remixe einiger Tracks vom französischen DJ FAB und der Hinzufügung einer Handvoll Stücke von Duke Bojadziev und Badar Ali Khan wird aus dem Soundtrack ein tanzbares Potpourri mit Einflüssen der indischen Volksmusik und den üblichen Instrumenten wie Sitar oder Tabla. Durch eingestreute Zitate oder Umgebungsgeräusche aus dem Film soll der Hörer anscheinend den Zugang zum Geschehen auf der Leinwand oder kurze Hörproben aus demselben bekommen, dies stört aber nach kurzer Zeit und nervt schon beim zweiten Durchgang, da der Fluss der sonstigen „normalen“ Stücke gestört wird.

Ein weiteres Manko ist die mitunter recht billige Beschaffenheit der Tracks, die sich in Eurodance-Bässen oder klischeetriefenden Samples äußert. Ansonsten bietet „Short cut to Nirvana“ eine zum größten Teil amüsante und kurzweilige Platte aus dem Bereich der Weltmusik, die vorwiegend mit elektronischem Einsatz wie Breakbeats, technoiden Bässen und discotauglichen Effekten unterfüttert wird. Wer gerne indische Filme schaut, wird diesen Soundtrack aller Wahrscheinlichkeit nach lieben.

Anspieltipps:

  • Eyebalm
  • Haridwar
  • On Pilgrimage
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