Creed - Human Clay - Cover
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Creed Human Clay


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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9.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach den schnellen Erfolgen mit ihrem Debütalbum „My Own Prison“ (1997) hat sich die Band aus den Vereinigten Staaten gleich ein Jahr später daran gemacht, ihr nächstes Album aufzunehmen. Im September 1999 wurde ihr neues Meisterwerk „Human Clay“ veröffentlicht, welches nicht minder erfolgreich sein sollte. Während „My Own Prison“ noch immer einen Platz in den Charts für sich beanspruchte, war „Human Clay“ schon dabei sich mit den Singles „Higher“, „With arms wide open“ und „What if“ an die Spitze zu kämpfen und blieb ganze 18 Wochen on Top. „Wir sind eine Band, die unter Druck trotzdem sehr gut funktioniert und den einzigen Druck, den wir bemerkt haben, war unser eigener. Wir wollten uns definitiv selbst übertreffen“, so Leadsänger Scott Stapp über das neue Album.

„Human Clay“ steht „My Own Prison“ sicherlich um nichts nach. Was sich seit dem ersten Album verändert hat, ist, dass die Liedtexte, wie auch die Melodien, nicht mehr ausschließlich melancholisch und aggressiv sind. Es finden sich sehr viele Songs voller Lebensfreude wieder. Die Musik hat an Energie nichts eingebüßt, sondern an Enthusiasmus dazu gewonnen. „Are you ready“ erweckt nicht nur durch seinen Titel den Eindruck, ein passender Song für den Anfang einer neuen Scheibe zu sein, sondern ist gewiss der richtige, um den Hörer stimmungsmäßig darauf vorzubereiten. Die Gitarrenriffs sind verzerrt, die Stimmung antriebssteigernd. In dem Stile geht es auch mit „What if“ weiter. Diese Nummer ist auch als Single herausgekommen, sicherlich keine schlechte Wahl, auch wenn von diesem Album noch weit bessere erschienen sind. Dieser Song ist sehr aggressionsgeladen – und genau das macht ihn so mitreißend. Auch „Wrong way“ ist ein aufregender Song, wogegen „Facless man“ eine Ballade mit tiefgründigen Lyrics ist. „Never die“ ist wiederum härter und vermittelt eine deutliche philosophische Botschaft: „So let the children play in your heart always and death you will defy, 'cause your youth will never die“. „Beautiful“ beschäftigt sich mit dem Thema oberflächlicher Schönheit.

Und jetzt sollte man fast eine Schweigeminute einlegen für das Meisterwerk auf diesem Album, wahrscheinlich sogar den besten Song, den Creed überhaupt geschrieben haben: „With arms wide open“. Der sentimentale Rockhörer wird sich beim ersten Anhören absolut in Begeisterung verlieren, da hat nicht nur Scott Stapp einen Grund für Freudentränen. Im ersten Moment glaubt man, dass es sich um ein Liebeslied handelt, wenn man Textzeilen wie „I show you love, I show you everything“ hört, doch die Liebe zu einer Frau ist nicht der Hintergrund. Scott Stapp beschreibt in den Lyrics die freudige Erwartung der Geburt seines Sohnes. Man kann seinem zukünftigen Sprössling wohl kaum ein schöneres Geschenk machen, als ihm so ein Lied zu widmen. Eines steht fest: wahre Emotionen verkaufen sich am besten. Genial ist auch das Solo in diesem Lied: Kurz, einfach, aber es gibt dem musikalischen Konzept den ultimativen Kick.

Gleich danach kommt ein weiterer Höhepunkten dieses Albums: „Higher“ zeigt uns die höheren Sphären des Rock, „Wash away those years“, eine sehr melancholische Ballade, die sicherlich die eine oder andere traurige Erinnerung wach ruft und schließlich „Inside us all“, ein Song mit einer gewissen Philosophie, wie es schon bei „Never die“ der Fall war: „There’s a peace inside us all, let it be your friend“. Ein Song der uns sagen will, dass schwere Zeiten existieren, aber nicht von Dauer sind. Zum Schluss erleben wir einen leichten musikalisch qualitativen Abfall, doch sollte man das den vier Amerikanern nicht ankreiden, nach den vorangegangenen Songs.

Anspieltipps:

  • Higher
  • What If
  • Wrong Way
  • With Arms Wide Open
  • Wash away those Years
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