Creed - My Own Prison - Cover
Große Ansicht

Creed My Own Prison


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die amerikanische Band Creed wurde 1995 von Scott Stapp (Vocals) und Mark Tremonti (Gitarre, Vocals) gegründet. Die beiden Musiker kannten sich noch aus ihrer Highschool-Zeit. Scott Phillips (Drums) und Brian Marshall (Bass) vervollständigten schließlich das Line-Up. Mit geringen Mitteln machten sie sich an die Aufnahme ihres ersten Albums „My Own Prison“, das 1997 veröffentlicht wurde, nicht ahnend, wie erfolgreich dieses Album werden würde. „Ich weiß, dass wir mit 'My Own Prison' die Chance hatten, einen Plattenvertrag zu bekommen und wussten, dass die Songs gut genug waren, um im Radio gespielt zu werden, aber wir hatten niemals erwartet, so viele Menschen damit zu erreichen“, sagt Leadsänger Scott Stapp, überrascht von ihrem schnellen Upcoming.

Alle Stücke auf dem Album wurden von den beiden Gründern geschrieben, was den Eindruck vermittelt, dass die zwei die künstlerische Leitung in der Band für sich beansprucht haben. Schon mit ihrer ersten Single „What's this life for“ erreichten sie die ersten Plätze der amerikanischen Charts und mit „Torn“, „One“ und dem Titelsong „My own prison“ sollte es nicht anders sein. Diese waren nicht nur extrem beliebt unter den Hörern, sondern sorgten auch für eine immense Medienpräsenz. Auch die Bühnenshows, die Creed abgeliefert haben, werden als lebendig und mitreißend beschrieben, was will man also mehr ?

Das Album zieht den Hörer von Anfang an in den Bann. In den Songs ist ein unglaublicher Spannungsaufbau zu erkennen, durch die von ruhigen, zerlegten Gitarrenriffs geprägten Melodien am Anfang und dem Wechsel in einen energetischen, verzerrten und emotionsgeladenen Sound. Dazu mischt sich die unheimlich kraftvolle Stimme von Scott Stapp. Man hat den Eindruck, als wäre dieser Mann dazu geboren, Rocknummern zu interpretieren. Er verleiht ihnen den letzten Schliff, der das Debütalbum von Creed zur Perfektion dieses Genres bringt.

Die Reise in das Abenteuerland von Creeds Musik startet mit dem Song „Torn“. Dieser beginnt wie vorhin beschrieben ruhig und melancholisch bis Mark Tremonti schließlich sein Distortion-Pedal betätigt und einen Wasserfall von einem Gitarrenriff auf die Hörerschaft stürzen lässt. Nun folgt „Ode“, von Anfang an eine beschwingte Nummer aggressiver Natur, die sicherlich nicht zu verachten ist, doch uns erwartet noch Größeres mit dem Titelsong „My own Prison“. Es mag um ein selbsterschaffenes Gefängnis in diesem Song gehen, doch scheint es sich nicht um eine entgültige Gefangenschaft zu handeln, da der Song eine einzige musikalische Explosion ist. „ I cry out to god, seeking his only desicion, Gabriel stands and confirms, I've created my own prison“ sind die letzten Worte der Lyrics, eine Metapher die sich nur allzu gut einprägen lässt, dramtisch, aber nicht in so übertriebenem Maße, dass es nicht mehr ernst zu nehmen wäre.

„Pity for a dime“ lässt uns ein bisschen von unserem manischen Trip zurück in die Realität kommen. „In America“ ist ein kritischer Song über das Vaterland der Band. „Illusion“ erinnert uns daran, wie schwer es doch sein kann, sich für eine Sache zu entscheiden, wenn man ihren Realitätswert noch nicht überprüft hat. Über das Thema „Should I stay or go“ haben sich ja schon The Clash in den 80er Jahren ihre Gedanken gemacht. „Unforgiven“ ist beschwingt und jähzornig. Zu „Sister“ ist anzumerken, dass die Melodie der Strophen und des ersten Teil des Refrains verglichen zu den anderen Songs langweilig ist, zeitweilig entwickelt sich der Song aber auf eine ganz passable Art und Weise im zweiten Teil des Refrains. Dafür werden wir jetzt belohnt mit dem Höhepunkt des Albums, der ersten Single „What's this life for“, der ideale Song für depressive Stimmungen, in denen man musikalische Unterstützung braucht.

Die Lyrics von Creed haben ja prinzipiell ein sehr hohes Niveau, aber der Text von „What's this life for“ ist eindeutig der schönste. Auch das Video zu dieser Nummer ist durchaus sehenswert. Schließlich lassen Creed der Wut und Verzweiflung in „One“ freien Lauf und lassen das Album mit dem Bonustrack „Bound and tied“ ausklingen, wenn auch nicht gerade auf ruhiger Basis. Zum Schluss noch ein Tipp: Diese Scheibe bitte mit möglichst viel Dezibel genießen !

Anspieltipps:

  • One
  • Torn
  • My own Prison
  • What's this Life for
Neue Kritiken im Genre „Rock“
7.5/10

Out Of The Sun
  • 2016    
Diskutiere über „Creed“
comments powered by Disqus