Die Toten Hosen - Im Auftrag des Herrn: Live - Cover
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Die Toten Hosen Im Auftrag des Herrn: Live


  • Label: JKP/WEA
  • Laufzeit: 75 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Toten Hosen sind nach wie vor eine Band, die live einfach sehr viel zu bieten hat.

Die fünf Düsseldorfer Punks sind schon seit 1982 im Musikgeschäft. Ihre Kompositionen behaupten sich nun seit Jahren und das zurecht. 1996 nahmen sie ihr damals neues Album „Opium fürs Volk“ auf, in dem sie Themen wie Kindesmisshandlung, Drogen und Vergänglichkeit des Seins ansprechen. Daraufhin folgte die „Ewig-währt-am-längsten“-Tour durch Deutschland und Österreich, die äußerst erfolgreich war, weswegen Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Wölli beschlossen, schon kurz bevor die Hälfte vorüber war, das Live-Album „Im Auftrag des Herrn“, aus einer fast göttlichen Eingebung heraus, aufzunehmen.

In die „Zehn Gebote“ geht es um ein offensichtliches Lieblingsthema von Campino: Kritik an der Kirche und ihren Dogmen und Zwiegespräche mit Gott, in dem er ihm deutlich die Meinung sagt. Die Konsequenzen zieht er schließlich in „Paradies“. Es ist definitiv zu anstrengend sich darum zu bemühen, in dem Himmel zu kommen „wenn der Weg dorthin so schwierig ist“, er stellt keinen Antrag auf Asyl beim himmlischen Vater und bleibt lieber draußen vor der Tür, wenn er nicht hinein darf wie er ist. „Alles aus Liebe“ ist sowieso einer der Klassiker im Schaffensprozess der deutschen Punkband. Wir haben dieses Lied zwar wahrscheinlich so oft gehört, dass wir schon dazu übergegangen sind, uns anderen Kompositionen der Toten Hosen zuzuwenden, aber jeder Hosen-Fan kennt es einfach und ist trotzdem immer wieder von der Emotionalität in diesem Song erstaunt. Außerdem wurde auf diesem Album der Song „The Passenger“ von unserem guten, alten Iggy Pop gecovert.

Und wie das auf einem anständigen Tote Hosen Album so ist, darf auch ein politischer Song nicht fehlen. In „Einmal in vier Jahren“ geht es um die Wahlen, die für die Toten Hosen ein scheinbar unüberwindbares Übel sind. Nach „Wünsch dir was“, einem Song bei dem auf Konzerten nur allzu gerne mitgegrölt wird fragt sich Campino schließlich: „Ich weiß nicht was das soll, dass hier dauernd Klamotten und Schuhe auf die Bühne fliegen, aber wir werden sie später dem Roten Kreuz zur Verfügung stellen.“ Da er nur allzu gerne Kommentare schiebt, kündigt er Bonnie und Clyde mit dem Satz: „Wisst ihr wovon ich schon immer geträumt habe? Ein Leben zu führen wie Bonnie und Clyde!“ an und dann geht es mit diesem weiteren Klassiker der Toten Hosen in der Menge rund während sich die Stimmung zu einem Höhepunkt entwickelt. Ziemlich am Schluss des Albums kommen wir zu „Zehn kleine Jägermeister“, wieder so ein Lied das eigentlich jeder, egal in welchem Stadium der Angetrunkenheit er sich befindet, noch singen kann.

Die Toten Hosen sind nach wie vor eine Band, die live einfach sehr viel zu bieten hat. Sicherlich kann ein Album ein solches Konzert auf einer CD niemals die Stimmung wiederbringen, die damals die Fans miterleben konnten und doch haben die Toten Hosen gut daran getan, einen Teil ihrer „Ewig-währt-am-längsten“-Tour festzuhalten. Die Nummern sind präzise ausgewählt, es sind einfach etliche Klassiker aus der musikalischen Geschichte der Toten Hosen dabei. Dieses Konzert ist einfach 100% hörenswert. Wenn man sich noch nicht aus Liebe umgebracht hat, oder mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus liegt, weil man zu viele kleine Jägermeister konsumiert hat, sollte man als eingefleischter Fan der Toten Hosen schleunigst in den Plattenladen gehen und sich dieses Album besorgen.

Anspieltipps:

  • Alles aus Liebe
  • Nichts bleibt für die Ewigkeit
  • Bonnie und Clyde
  • Paradies
  • Hier kommt Alex
  • Zehn kleine Jägermeister
  • Böser Wolf
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