Jimmy Buffett - Live At Fenway Park - Cover
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Jimmy Buffett Live At Fenway Park


  • Label: Mailboat Rec./SonyBMG
  • Laufzeit: 180 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Sein Alter sieht man Jimmy Buffett, wie er da so vom Cover seines neuen Live-Albums „Live At Fenway Park“ grinst, nicht an. Mit T-Shirt, Base Cap und Sonnenbrille, dazu muskulös und braungebrannt, reckt er beide Daumen in die Höhe. Nur die Haare sind noch grauer und weniger geworden. Egal, dem Musiker, Buchautor und Geschäftsmann geht es sichtlich gut. Und er hat auch allen Grund dazu. Seine Platten verkaufen sich so gut wie. Das 2004er Album „License To Chill” ist seine erste Nummer eins und geht allein in den USA mehr als eine halbe Million Mal über die Ladentische. Seine Bücher (u.a. „A Salty Piece Of Land“, 2004) stehen wochenlang ganz oben in den Bestseller-Listen und seine Firmen Margaritaville und Mailboat Records laufen ebenfalls hervorragend. Da kann man auch mit 61 Jahren – also im besten Mannesalter – zufrieden strahlen.

Der in Pascagoula, Mississippi geborene, in Mobile, Alabama aufgewachsene und inzwischen auf den Florida Keys lebende passionierte Segler, ist seit über 35 Jahren im Musikbusiness. 1970 erscheint sein Debüt „Down To Earth“ – ein Nashville-Country-Album, das sich nach Angaben eines Kritikers „so originell wie ein Hamburger anhört“, und damit genau das Herz des amerikanischen Publikums trifft. Er veröffentlicht regelmäßig neue Platten – mittlerweile sind es 40 (!) – und experimentiert darauf ganz sanft mit verschiedenen Stilarten. In den Achtzigern verlässt ihn der Erfolg, doch Buffett vertreibt sich die Zeit mit Bücherschreiben ausgiebigen Segeltouren. Mitte der Neunziger ziehen seine Album-Verkaufszahlen wieder.

Sein großes Comeback mit „License To Chill” feierte Jimmy Buffett mit einer ausgedehnten Tour durch die USA, die ihn und seine Coral Reefer Band am 10. und 12. September 2004 in den Fenway Park in Boston, Massachusetts. führte – das älteste und wohl legendärste Baseball-Stadion Amerikas. Aufgrund seiner großzügigen Fläche und des wunderschönen Ambientes, bot sich dem Baseball-Fan Buffett eine vortreffliche Bühne für eine gigantische Greatest-Hits-Show, die nun als opulentes Box-Set in den Handel kommt. Auf zwei randvollen CDs mit 31 Songs und einer Bonus-DVD mit weiteren 14 Liedern, fährt der Singer/Songwriter ein volles Pfund für seine Fans auf.

Buffett eröffnet den Reigen mit seiner akustischen Gitarre, animiert das Publikum ein paar Biere zu zischen, integriert karibische Klänge („Pencil thin moustache“) und lässt es erst mal ruhig angehen. Nur langsam erhält seine 14 Mann starke Begleitband mehr Raum, doch ab dem fünften Song „License to chill“ wird mit mehr Phonstärke gerockt. Der 61-Jährige erweist sich als smarter Entertainer, der sein Publikum im Griff hat. Charmant plaudert er zwischen den Songs mit den „Parrotheads“ (wie er seine Fans nennt) und streut die eine oder andere Coverversion ein (z.B. „Brown eyed girl“ und „Hey good lookin’“). Doch auch dieser Live-Mitschnitt kann nicht verbergen, dass Jimmy Buffett nur ein durchschnittlicher Songwriter ist. Seine Songs erweisen sich als netter Light-Country mit karibischen Einflüssen („Pascagoula run“), die zwar einigermaßen unterhalten können, aber niemanden vom Hocker hauen.

Sommer, Sonne, gute Laune, dazu ein kühles Bier; aus den Lautsprechern schallt „Why don’t we get drunk/Sweet Caroline“ und das Stadion schunkelt glückselig – das ist US-Entertainment wie man es sich vorstellt. Europäer werden nur die Augen verdrehen und sich fragen, was an Buffett und seiner Rentnerband so aufregend sein soll.

Anspieltipps:

  • Boat drinks
  • License to chill
  • Brown eyed girl
  • Why don’t we get drunk/Sweet Caroline
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