The Bosshoss - Rodeo Radio - Cover
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The Bosshoss Rodeo Radio


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Trend Countrymusik wird wahrscheinlich bald wieder verebben, trotzdem ist der Silberling eine annehmbare CD für den Moment, aber nicht wirklich für die Ewigkeit.

Was treibt eine Berliner Musikband dazu, der Countrymusik zu frönen? Weil es Spaß macht und der überraschende kommerzielle Erfolg gibt den Hauptstädtern recht. Das Debüt „Internashville Urban Hymns“ eroberte 2005 die Charts, denn es war verblüffend wie die sieben Großstadtcowboys Coverversionen von Songs schufen, die das Original umkrempelten und eine neue bisher verborgene Countryseite des Stückes sichtbar werden ließen.

Der Chef nennt sich Hoss Power alias Sascha Vollmer und singt, komponiert, textet und produziert im heimischen Berliner Studio. Als Sänger steht Alex Völkel alias Boss Burns zur Verfügung. Weiterhin sind auch noch Drummer Ansgar Freyberg (Frank Doe), Mathias Fauvet alias Hank Doodle (Mandoline), Tobias Fischer alias Ernesto Escobar de Tijuana (Mundharmonika, Perkussion), André Neumann alias Guss Brooks (Westernfidel) und Boris Kontorowski alias Russ T. Nail (E-Gitarre) Mitglieder der Combo. Trotz des Einsatzes der klassischen Country- und Westerninstrumente klingt der Longplayer erstaunlich modern und erzielt einen hohen Spaßfaktor beim Zuhörer. Die Spielfreude, der auch als gute Livemusiker bekannten sieben Protagonisten, findet oft ihren Weg ins Ohr. Die sechzehn Songs enthalten neun Coverversionen von Burt Bacharach bis zu den Cardigans. Die BossHoss Version von „My favourite Game“ kann aber als einer der wenigen nicht überzeugen, da das Original mit seiner düsteren und treibenden Seite nicht in die akustische Countrywelt übertragbar zu sein scheint.

Als gutes Beispiel für den Coverstil der Countryjünger könnte man „I say a little prayer“ nennen: die sieben Musiker machen daraus eine entspannte Nummer mit harmonischem und mehrstimmigem Gesang, die das Original etwas verwandelt, aber noch erkennen lässt. Der Klassiker „Ca plane pour moi“ legt in ihrer Version ein gutes Tempo vor und die Drums werden schön hart eingesetzt. Die Eigenkomposition, sieben davon sind auf dem Album zu finden, „I'm on a high“ kommt sehr rocklastig daher und bringt ein wenig Abwechselung in den von der modernen Countrymusik bestimmten Longplayer. Ebenfalls überzeugen kann das Titelstück „Rodeo Radio“, das die Stärken von The BossHoss, mehrstimmiger Gesang an den richtigen Stellen und eine flotte Melodieführung, aufweisen kann.

Der Schlusstrack „You'll never walk alone“ soll der Fußball-WM-Beitrag der deutschen Band sein, doch hier bekommt man eine Überdosis Partymusik, die eher abschreckt. In diesem Song ist nach einer kurzer Pause noch ein Banjosong enthalten, der eher durch den jodelähnlichen Gesang als durch Qualität auffällt. The BossHoss wandeln auf dem schmalen Grad zwischen originellen musikalischen Einfällen und bierseligen Abgründen a la Hermes House Band, um ein wirklich abschreckendes Beispiel zu nennen. Der Trend Countrymusik wird wahrscheinlich bald wieder verebben, trotzdem ist der Silberling eine annehmbare CD für den Moment, aber nicht wirklich für die Ewigkeit.

Anspieltipps:

  • Hot Stuff
  • Rodeo Radio
  • Ring Ring Ring
  • I say a little prayer
  • Ca Plane Pour Moi
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