Fish - Return To Childhood - Cover
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Fish Return To Childhood


  • Label: Snapper Music/SPV
  • Laufzeit: 125 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Seitdem Fish bei Marillion ausgestiegen ist, bewegt er sich mit einem Bein in der Insolvenz. Ohne seine treue Fangemeinde, die seine Konzerte zahlreich besucht und regelmäßig die offiziellen Live-Bootlegs erwirbt, hätte der gute Derek William Dick seinen Laden schon längst dichtmachen können. Die Verkaufszahlen seiner regulären Studioalben halten sich nämlich seit jeher in Grenzen. Deshalb braucht der gute Fish mal wieder Geld. Und so bescherte uns sein neuer Vertriebsdeal mit Snapper Music/SPV vor einem halben Jahr das Doppelalbum „Bouillabaisse: The Best Of Fish“ und jetzt mit „Return To Childhood“ die leicht verspätete Jubiläumsaufarbeitung des Prog-Rock-Meilensteins „Misplaced Childhood“, dem 1985er Album von Marillion.

Die 22 Tracks wurden live am 13. November 2005 in Tilburg (Niederlande) auf der „Misplaced Childhood Anniversary Tour“ mitgeschnitten und beinhalten nicht nur die Übersongs besagten Albums wie „Lavender“, „Heart of Lothian“ und natürlich „Kayleigh“, sondern auch andere Marillion-Knaller wie „Incommunicado“, „Fugazi“ und „Market square heroes“. Dazu kommt eine lockere „Best Of“-Auswahl aus dem Solo-Schaffen von Fish („Credo“, „Big wedge“, „Moving targets“, „Raingods dancing“, etc.), die das opulente Doppelalbum abrundet.

Natürlich stellt sich auch hier – genau wie bei „Bouillabaisse: The Best Of Fish“ – die Frage, welcher Fan das x-te Live-Album des Meisters braucht. Denn die erste Disc bietet nichts anderes als gut geölte Fish-Standards. Zwar in stimmlich besserer Qualität als auf den alkoholgeschwängerten frühen Bootlegs „Pigpens Birthday“, „Toiling In The Reeperbahn”, „Derek Dick & His Amazing Electric Bear“, „Uncle Fish & The Crypt Creepers“ und „For Whom The Bells Toll“, aber eben auch ohne Überraschungen und kleine Gimmicks, die ein gutes Live-Album ausmachen, bei dem sich der Hörer wundern darf, wie die Band den Song „XY“ plötzlich spielt. So kann man lediglich perfekte Routinearbeit zur Kenntnis nehmen.

Aus der Abteilung „ganz großes Tennis“ ist dagegen die zweite Disc, mit allen Songs des „Misplaced Childhood“-Albums in Originalreihenfolge. Die alten Fans werden diesen Klängen mit Tränen in den Augen lauschen. Denn so genial klangen Marillion, bevor sie in der Frickelecke des Prog-Rock versanken und erst vor ein paar Jahren mühsam wieder herauskamen. Denken wir uns also die relativ überflüssige CD mit den Solosongs von Fish weg und erfreuen uns an der grandiosen „Neuaufführung“ von „Misplaced Childhood“. Nehmen wir die emotionale Achterbahnfahrt von Monumentalsongs wie „Bitter suite“ und „Blind curve“ nochmals auf uns und tauchen mit Gänsehaut zurück in das Jahr 1985. In diesem Jahr gab es nur wenige Alben, die es mit diesem Monolithen aufnehmen konnten.

Anspieltipps:

  • Kayleigh
  • Lavender
  • Childhood end?
  • Heart of Lothian
  • Goldfish and clowns
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