Thrice - The Artist In The Ambulance - Cover
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Thrice The Artist In The Ambulance


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Erwartungen an Thrice sind ziemlich hoch. Nach dem erfolgreichen „The Illusion Of Safety“, dem Wachrütteln der Szene, dem Ablegen des typischen Hardcore-Gewandes, dem Bruch mit alten Gepflogenheiten, sind alle gespannt auf das neue Werk der vier Kalifornier. Und wie auch schon bei den Alben zuvor, hat „The Artist In The Ambulance“ wieder einmal das Zeug die Meinungen von Fans und Kritikern zu spalten. Warum? Weil die Band einmal mehr ihre Wandlungsfähigkeit aufzeigt! Metallastige Fingerverrenkungen waren einmal, verwinkeltes Songwriting und der gewisse, trashige Nachgeschmack sind Geschichte und den rauen Produktionen vergangener Alben sollte man sowieso keine Träne nachheulen.

„The Artist In The Ambulance“ ist frisch, roh, drückend und voller spürbarer Emotionen, typisch Thrice eben und doch so anders. Bombastisches Riffing, voluminös und glatt, straighte Strukturen, melodiös und eingängig und das imposante Wechselspiel zwischen Laut und Leise machen diese Platte zu einem äußerst kurzweiligen Hörgenuss. Und einem Dimensionswechsel im direkten Vergleich zum Vorgänger. Donnernde Gitarrenarbeit, die angenehme Verschmelzung von Punk, Hardcore und Metal und die Kunst, den Refrain genau an den Punkt zu setzen, wenn der Kopf sagt „Jetzt!“, machen Tracks wie „Stare at the sun“ und „The melting point of wax“ zu etwas ganz Besonderem; Hits wie man sie besser nicht inszenieren könnte.

Es scheint sowieso, als wäre Charttauglichkeit das neue Schlagwort auf „The Artist In The Ambulance“, denn schon nach oberflächigem Durchhören kristallisieren sich mindestens zwei weitere potentielle Chartbreaker aus der Masse der 12 Songs heraus. Bretter wie „Cold cash and colder hearts“ oder „Don't tell and we won't ask“, die durch ihre mitreißenden Drums, die tolle Melodik und den lawinenartig überrumpelnden Sound der Gitarren und des Basses fast schon episch daherkommen. Doch nicht nur die instrumentale Besetzung und die Produktion wissen zu überzeugen, auch Vokalist Dustin Kensrue legt definitiv einen drauf. Die tolle, raue Stimme wird gepaart mit politischen Attitüden und leicht religiösen Einflüssen und schaffen so Lyrics, bei denen es sich endlich einmal wieder lohnt, das Booklet zu lesen. Sie machen Kensrues-Einlagen zu einem erquickenden Erlebnis, im Vergleich zur Leiher anderer Kollegen. Mitsingtauglichkeit garantiert!

Eine Kleinigkeit stört dann aber doch, denn mit ihrem neuen Werk werden Thrice mit Sicherheit keine Nominierung für einen Preis in musikalischem Erfindergeist erhalten. Es gibt viel zu viele Bands mit denselben Mustern, denselben Strukturen und ähnlichem Sound. Doch klingen die so perfekt? Eben nicht und darum sei das mit dem „Stören“ auch schnell wieder vergessen. Thrice liefern mit „The Artist In The Ambulance“ ein Album ab, das mit Sicherheit nicht neu ist, aber dafür unglaublich mitreißt und tierisch Spaß macht. Und das ist mindestens genauso wichtig wie Innovation, wenn nicht noch wichtiger.

Anspieltipps:

  • Stare at the sun
  • The melting point of wax
  • Cold cash and colder hearts
  • Don't tell and we won't ask
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