The Like - Are You Thinking What I´m Thinking - Cover
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The Like Are You Thinking What I´m Thinking


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Plattenfirmen sind gnadenlos. Aber wo sie Recht haben, haben sie recht! Denn wenn solch adrette junge Mädchen zusammen Musik machen wie die drei Teenager von The Like, dann gehören die Gesichter gefälligst auf das Frontcover und nicht versteckt ins Booklet. Das haben zumindest die europäischen Verantwortlichen von Universal kapiert. Deshalb wird das Cover von „Are You Thinking What I’m Thinking?“ im alten Europa von den hübschen Protagonistinnen höchstselbst geziert und nicht von diesem niedlichen Rehkitz der US-Version, die bereits Ende September 2005 erschien. Wenn es so etwas wie das Glück der späten Veröffentlichung gibt, wir haben es!

Elizabeth „Z.“ Berg (Gesang, Gitarre), Charlotte Froom (Bass) und Tennessee Thomas (Drums) schlossen sich im Jahr 2001 in Los Angeles zu The Like zusammen. Sie brachten drei Independent-EPs heraus („I Like The Like“, „And The Like“, „Like It Or Not“), ehe sie 2004 beim Major Geffen Records unterschrieben. Dass ihre berühmten Familienmitglieder dabei geholfen haben könnten, kann nicht ausgeschlossen werden. Denn Elizabeths Vater Tony ist ehemaliger A&R-Manager von Geffen. Bassistin Charlotte ist die Tochter von Star-Produzent Mitchell Froom (Elvis Costello, The Corrs, Phantom Planet) und der Erzeuger von Schlagzeugerin Tennessee – Pete Thomas – spielt in Elvis Costellos Band. Da kommen neben den musikalischen Genen sicher auch hilfreiche Geschäftsbeziehungen zustande. So durften die Drei bereits mit Maroon 5, Rooney, Tori Amos, Kings Of Leon und Phantom Planet auf Tour gehen – ohne ein Album draußen zu haben!

The Likes Debütalbum wurde von Wendy Melvoin (Wendy & Lisa, Prince & The Revolution) produziert und von Alan Moulder (Depeche Mode, The Cure, The Killers, Nine Inch Nails) abgemischt. Doch trotz Lolita-Look und Major-Label spürt man nach wie vor die Herkunft aus dem Indie-Lager und hört Vorbilder wie The Breeders, Belly, Sleater Kinney und die Pixies heraus. Vor zehn Jahren hätte dieser Sound wohl unter College Rock firmiert. Heute wäre so eine Schublade eher hinderlich. Außerdem wurde auf allzu poppige Songs gleich ganz verzichtet, so dass auch diese Kategorie entfällt.

The Like machen es sich irgendwo zwischen und Indie-Pop und Alternative Rock gemütlich. Mal streuen sie harte Gitarrenriffs in ihre Songs ein („June gloom“ „What I say and what I mean“), dann geht es verträumt mädchenhaft zur Sache („You bring me down“, „So I’ll sit here waiting“) oder es wird die vielzitierte Lagerfeueratmosphäre wie im sehr schönen „Bridge to nowhere“ beschworen. Über alldem thront Elizabeth Bergs äußerst charismatische Stimme, die mal kindlich kiekst und dann wieder ganz tief in den Keller rutscht („Once things look up“). Dann klingen The Like nicht wie 19jährige Teenager, sondern ziemlich erwachsen. Ein bemerkenswertes Debüt!

Anspieltipps:

  • Too late
  • The one
  • Falling away
  • Bridge to nowhere
  • Under the paving stones
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