Marie Serneholt - Enjoy The Ride - Cover
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Marie Serneholt Enjoy The Ride


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 36 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Vier Studioalben in fünf Jahren, fünf Millionen verkaufte CDs, bis zu 300 Auftritte im Jahr – aus der schwedischen Popgruppe A*Teens („Pop ’Til You Drop!“) wurde wirklich alles herausgeholt, was nur ging. Dennoch waren Marie Serneholt, Sara Lumholdt, Dhani Lennevald und Amit Paul immer fröhlich und hoch professionell bei der Sache, bis auch bei ihnen irgendwann die Luft raus war. Mit einem „Greatest Hits“-Album (2004) verabschiedeten sich die Vier und zogen sich vorübergehend in das Privatleben zurück. Lange sollte es aber nicht dauern, bis man Neues von den ehemaligen A*Teens hörte.

Als erster meldete sich Dhani mit zwei nur in Schweden veröffentlichten Singles zurück, während Marie sehr erfolgreich als Model arbeitete. Von Amit und Sara wird im Laufe des Jahres 2006 eigenes Solomaterial erwartet. Doch zuvor startet Marie Serneholt ihre Solokarriere, nachdem sie genau wie Dhani die alte Plattenfirma Stockholm Records verließ. Ende März kam ihr Debüt „Enjoy The Ride“ in Schweden auf den Markt. In Deutschland wird das Album erst Ende Mai erscheinen. Neuer Vertriebspartner ist Columbia/SonyBMG, die sich gewiss eine ganze Menge von der blonden Schönheit erhoffen. Diese hat sich nämlich nicht auf wilde Experimente und pseudo-erwachsene Selbstverwirklichungstrips (R&B, Gitarren-Pop, Rap) eingelassen, sondern den vor gut neun Jahren eingeschlagenen Weg als Popsängerin fortgeführt.

Zusammen mit dem Produzenten und Songschreiber Jörgen Elofsson (Britney Spears, Westlife, Celine Dion), der an mehr als einhundert Millionen verkauften Alben beteiligt war, wurden in den Lighthouse Studios in Stockholm zehn Tracks eingespielt, von denen zumindest vier an das Hitparadenerbe der A*Teens anknüpfen könnten. Nämlich die erste Singleauskopplung „That’s the way my heart goes“ und „I need a house“, beides klassische Popsongs im flott-eingängigen A*Teens-Style, die sofort gute Laune verbreiten. Dazu gesellen sich mit „Oxygen“ eine sehr gelungene Ballade und mit „I love making love in the morning“ ein ungewohnt frivoles Lied. Doch wer mitgerechnet hat, wird feststellen, dass die schwachen und mittelprächtigen Songs die Oberhand haben.

Kein Wunder, griff Jörgen Elofsson nach eigenen Angaben auf alte Songideen und Fragmente zurück, die er für andere Künstler angedacht hatte. Von Ausschussware zu sprechen wäre zwar etwas hart, aber ein durchgehender Hauch von Mittelmäßigkeit bestimmt dennoch den Eindruck des mit 36 Minuten Spielzeit extrem kurzen Albums. Da ist eigentlich kein Platz für zweitklassiges Material, das mit einfallslosen Songs wie „Wasted love“, „Calling all detectives“, „The boy I used to know“ und „Can’t be loved“ – und nur ein paar zu nennen – trotzdem in Hülle und Fülle vorhanden ist. Innovative Sounds sucht man ebenso vergeblich wie eine herausragende Melodie im Stile eines „Sugar rush“ vom „Teen Spirit“-Album (2000). Deshalb ist „Enjoy The Ride“ eine ziemlich ernüchternde Angelegenheit.

Anspieltipps:

  • Oxygen
  • I need a house
  • Beyond tonight
  • That’s the way my heart goes
  • I love making love in the morning
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