The Concretes - In Colour - Cover
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The Concretes In Colour


  • Label: Labels/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Victoria Bergmann, Lisa Milberg und Maria Eriksson stehen hinter der Gründung von The Concretes, die im Sommer 1995 vollzogen wird und vor allem die Liebe der drei zur Popmusik verschiedener Jahrzehnte zum Ausdruck bringen soll. Immer wieder kommen befreundete Musiker der Schwedinnen dazu und so dauert es nicht lange bis The Concretes erst aus sechs, dann aus acht Akteuren bestehen. Die Band versteht sich als Künstlerkollektiv, bei dem jeder die volle Entscheidungskraft mit hineinbringt.

Nach drei EP´s und fünf Singles sowie diversen Liveauftritten, die von einem gewissen Chaos getragen werden und doch so bezaubernd sind, ist es Zeit für das Debütalbum „The Concretes“ (2003), welches in einer Holzhütte auf dem Land aufgenommen und an den Reglern vom schwedischen Musiker/Produzenten Jari Haapalainen betreut wird. In ihrem nostalgischen und doch so frischen, von den Sechzigern geprägten Sound findet man dermaßen viel Glück und Wärme, dass Auftritte bei den Glastonbury- und V-Festivals die zahlreichen Fans und Interessierten zur absoluten Entzückung verleiten.

Während in den USA die B-Seiten- sowie Outtakes-Sammlung „Layourbattleaxedown“ (2005) erscheint und Victoria Bergmann im Video zu New Orders Klassiker „Temptation“ mitspielt, ist es ein wenig ruhiger um The Concretes geworden. Doch der Schein trügt, sind die zahlreichen Musiker doch fleißig mit dem Schreiben und Aufnehmen von neuen Songs beschäftigt, die jetzt als zweites Album mit dem treffenden Titel „The Concretes In Colour“ das Licht der sich nach Glückseligkeit sehnenden Musikwelt erblicken. Gleich der Opener „On The Radio“ ist ein großer Moment mitreißender Wohligkeit, der sich gefühlvoll und mit einer vielfältigen Instrumentierung in die Herzen swingt.

Neben den üblichen Verdächtigen finden sich Piano, Flöten, Blasinstrumente jeder Art, diverse Streicher, Glockenspiel sowie Pedal Steel-Gitarren auf einem den authentischen Pop feiernden Longplayer wieder. Melodien sind wie das Zwielicht an einem von Sommer durchtränkten Tag und gleichen einem Zauber, der so schnell nicht von einem geht. In jeder Minute fühlt man sich zuhause, nimmt einen großen Schluck aus dem Glas, welches mit Sixties-Pop und einer musikalisch herausragenden Vielfalt gefüllt ist.

Mystisch wird es bei „Fiction“, dem zur Halbzeit erklingenden Zaubertrank aus tausendundeiner Nacht. Faszinierend erhebt sich aus dem locker trabenden Fundament aus Schlagzeug, zarten Gitarren und Victorias Gesang das sehnsüchtige Spiel eines Saxophons, während das Ende gar ein wenig noisig mit betörender Energie daherkommt. Das abschließende „Song For The Songs“ ist eine Hommage an die Lieblingssongs von The Concretes und lässt das Album schwungvoll, vor Positivität glänzend ausklingen. Gerade weil die folgenden Songs das umwerfende Niveau der ersten sechs Perlen auf dem Longplayer nicht immer halten können (aber immer noch grandios sind), ist diese Hommage noch mal ein echter Beweis für die Klasse und die gefühlvoller Herangehensweise an viele Jahrzehnte Popmusik, die The Concretes bezaubernd zu ihrem eigenen Werk machen.

Anspieltipps:

  • On The Radio
  • Chosen One
  • Fiction
  • Song For The Songs
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