The Beautiful New Born Children - Hey People! - Cover
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The Beautiful New Born Children Hey People!


  • Label: Domino/Rough Trade
  • Laufzeit: 23 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus dem Umfeld von Schneider TM, Sharon Stoned sowie Kpt. Michigan kommt das Quartett von The Beautiful New Born Children (TBNBC) und sie beehren das britische Label Domino mit einem Signing aus Ostwestfalen. Sie tauschten fleißig die Instrumente und tauchen in eine Garagerock-Platte mit besorgniserregender, verdammt kurzer Spielzeit ein, die Spaß und puren Rock´n Roll als Lebenselixier verlauten lässt.

Die unkonventionelle, trockene Herangehensweise an einen rotzigen Longplayer voller Dynamit und brodelnder Faszination macht sich schon im Anfangsstadium der Band bemerkbar, als ein unbeschrifteter Datenträger im Hauptquartier von Domino landet und nicht einmal eine Kontaktinformation beigelegt ist. Wie dem auch sei, die Verantwortlichen des renommierten Labels (u. a. Franz Ferdinand, Sons And Daughters) machen die Mitglieder von TBNBC ausfindig und geben ihnen, was sie brauchen: eine Plattform, auf der man freigeistig hantiert und diese gehetzte, irgendwie faszinierende Spielweise auf „Hey People!“ in Form einer Veröffentlichung gewürdigt wird.

Das eröffnende „Do The Do“ legt gleich in schroffer Garagerock-Manier los und macht keine Gefangenen. Warum auch, wenn energisch die Gitarren schrammeln, das Schlagzeug rumpelt und das feedbackgetränkte Finale nicht lange auf sich warten lässt. Etwas besonnener, aber nicht zurückgelehnt, kommt „Paper Mill“ um die Ecke und hat trotz der wahnwitzigen Dringlichkeit sogar Zeit für überdrehte Gitarrenausflüge, während die letzten Töne dieses Tracks wie programmatisch auf diesem Werk in krachiger Zerstörungswut enden, ohne nervlich allzu sehr belastend daherzukommen. Denn die Leichtigkeit ist trotz der zügigen Mentalität stets zu spüren und lässt den Spaß an maximal drei Akkorden und Proberaum-Sound hochleben.

Stimmlich harmoniert man mit den charmant unfertigen Songgebilden und intoniert von Direktheit geprägt, als wenn es keinen neuen Morgen gäbe. Ehe man sich versieht, ist der vorletzte Song erreicht, welcher mit „Hectic Control“ treffend betitelt ist und spitzzüngige Gitarrenläufe als Hauptaugenmerk bereithält. Sich überschlagende Vocals und eine orgiastische Entladung aller Hemmungen sind dann auch die beste Überleitung zum finalen „Up And Down And Round And Round“. Dieser ist schon nach 30 Sekunden mehr Noise als Rock und verwandelt sich in den folgenden sechs Minuten in ein wahres Feedback-Gewitter der übelsten Sorte. Nur die wenigsten werden dieses Kunststück des besagten Songs noch Musik nennen, doch als Ausklang einer trotz oder gerade wegen seiner Räudigkeit faszinierenden Platte setzen TBNBC einen alles vorher da gewesene ausradierenden Schlussakkord des Eskapimus.

Anspieltipps:

  • Do The Do
  • Hey Heartbreaker
  • Hectic Control
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