Rob Zombie - Educated Horses - Cover
Große Ansicht

Rob Zombie Educated Horses


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Rob Zombie sollte in Zukunft besser Soundtracks zu seinen eigenen Filmen machen.

Eine Platte der Marke „Im Westen nichts Neues“ (gemeint sind unsere Nachbarn des amerikanischen Kontinents) liefert Robert Cummings alias Rob Zombie. Nachdem sich sein Solodebüt „Hellbilly Deluxe“ (1998) erstaunlich gut verkaufte (dreifach Platin), schmiss er seinen Job als Sänger der Band White Zombie und machte alleine weiter. Der Nachfolger „Sinister urge“ (2001) ging ebenfalls im sechsstelligen Bereich über die Ladentische und währenddessen begann Cummings an seinem ersten Spielfilm mit dem Titel „Haus der 1000 Leichen“ zu drehen. Die lose Fortsetzung „The devil´s rejects“ enterte letztes Jahr die Kinos und Gerüchten zufolge wollte der mittlerweile 40-Jährige seinen Beruf als Musiker an den Nägel hängen um sich als Regisseur und Comiczeichner zu verdingen.

Anscheinend wurde daraus nichts, denn, ungefähr zwei Monate nach dem US-Release, steht „Educated horses“ in jedem gut sortierten Plattenladenregal. Dass der nette Herr Zombie mit der Wischmob-Frisur diesen Output gut und gerne auch unveröffentlicht lassen hätte können, zeigen die darauf enthaltenen Tracks. Obwohl das Intro „Sawdust in the blood“ noch eine marschähnliche und filmreife Einleitung darstellt, schwächelt bereits der zweite Song „American witch“, der sich für Zombie-Verhältnisse unaufgeregt vor sich hin schleppt. „Foxy Foxy“ wiederfährt zwar eine Besserung, missfällt auf Dauer aber durch zu viele Wiederholungen. Danach passiert lange Zeit erst einmal gar nichts abgesehen von ein paar netten Ideen wie das indisch anmutende Sample in „17 year locust“ oder die ansteckenden Handclaps in „The scorpion sleeps“.

Nach dem Zwischenspiel „100 ways“, das Cummings Vorliebe für soundtrackähnliche Untermalungen durchscheinen lässt, geht es wieder etwas bergauf, wenn „Death of it all“ nach einem hübschen Gitarrenintro loslegt und Rob Zombie als „Lonesome rider“ durch die Prärie reitet. Das nachfolgende „Ride“ weiß noch durch angezogenes Tempo zu überzeugen, allerdings „The devil´s rejects“ und „The lords of Salem“ röcheln und ächzen sich wieder durch ihre durchschnittlich vier Minuten wie ein malträtiertes Opfer in einem der Filme von Mr. Cummings.

„Educated horses“ ist kein komplettes Desaster, wesentlich mehr Ideen oder trashige Songs wie „Scum of the earth“ hätten dem Werk allerdings gut getan. Konzentriert man sich auf die Einleitungen und Zwischenspiele der elf Songs, dann wird schnell klar, was Rob Zombie besser in Zukunft machen sollte: Soundtracks zu seinen eigenen Filmen – dort ist er womöglich wirklich besser aufgehoben, denn in der populären Musik leistet der Gute keine Innovationen mehr.

Anspieltipps:

  • Ride
  • Foxy Foxy
  • Death Of It All
  • Sawdust In The Blood
Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
6.5/10

Snakes & Ladders
  • 2017    
Diskutiere über „Rob Zombie“
comments powered by Disqus