Iron Maiden - A Matter Of Life And Death - Cover
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Iron Maiden A Matter Of Life And Death


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 72 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Iron Maiden werden für ihr neues Werk fast durchgehend mit Lob überschüttet. Fangen wir trotzdem mit etwas Kritik an: Produzent, Mixer und Toningenieur Kevin Shirley schafft es auch auf „A Matter Of Life And Death“ wieder nicht, einen anständigen Sound auf CD zu zaubern. Wie schon bei früheren Produktionen klingt das Endergebnis nicht 100% überzeugend und versauert irgendwo auf der Strecke zwischen Verstärker und Lautsprecher.

Selbst die teuerste Anlage kämpft mit diesem schwachbrüstigen Sound, gegen den es nur ein Mittel gibt: Alle Regler nach rechts drehen und dann ab dafür! Bruce Dickinson (Gesang) sieht dies natürlich ganz anders, aber was soll er auch anderes sagen? Vielleicht liegt es ja daran, dass das Album in weiten Teilen live und in Rekordgeschwindigkeit eingespielt wurde. Geplant war die Veröffentlichung jedenfalls erst für Oktober/November. Sei’s drum. Das kleine Sound-Handicap wirkt jedenfalls nicht so schwer, da es sich bei „A Matter Of Life And Death“ um ein starkes Album handelt und nicht um einen Stolperstein wie es der Vorgänger „Dance Of Death“ (2003) war. Deshalb drücken wir einfach ein Auge zu.

Dass „A Matter Of Life And Death“ in der Tat eines der besseren Alben in der jüngeren Geschichte der Eisernen Jungfrauen ist, erkennt der Hörer allein daran, dass er diverse Hördurchgänge benötigen wird, um die volle Pracht der überdurchschnittlich langen und äußerst progressiv ausgefallenen Songs zu erfassen. Im Grunde handelt es sich zwar um typisches Maiden-Material, aber keines, das sich simpel und vorhersehbar gestaltet. Das erlaubt sich das Sextett eigentlich nur beim eingängigen Opener „Different world“. Doch schon mit „These colours don’t run“ beginnt ein 70-minütiger Parforceritt aus ruhigen Passagen und harten Riffattacken, die sich mit messerscharfen Soli aus den Mündungsrohren von Dave Murray, Jannick Gers und Adrian Smith abwechseln. Ein früher Höhepunkt ist dabei das hymnische „Brighter than a thousand suns“, das an die Großtaten aus den 80er Jahren erinnert und auf Alben wie „7th Son Of A 7th Son“ (1988) oder „Powerslave“ (1984) einen Ehrenplatz gehabt hätte.

„The Pilgrim“ – der zweitkürzeste Song des Albums – verbindet orientalische Einflüsse mit treibendem Riffing und Dickinsons charismatischem Sirenengesang, während ein Song wie „The longest day“ endlich mal verdeutlicht, wozu Iron Maiden drei Gitarristen brauchen. „Out of the shadows“ ist eine reinrassige Steve Harris/Bruce Dickinson-Nummer mit balladesken Zwischentönen und einem Refrain in „Tears of the dragon“-Regionen und „For the greater good of god“ – das längste Stück des Albums – orientiert sich gleich noch eine Stufe höher und nimmt es in Sachen Intensität und Stimmung mit dem Klassiker „Rhyme of the ancient mariner“ auf.

Wer nach 30 Jahren noch ein Album wie dieses aus dem Hut zaubert, darf seine Karriere gerne fortsetzen. Dann verzeihen wir auch die überhöhten Ticket- und Merchandisepreise, sowie die schlimme Phase in den ausgehenden Neunzigern. Der Ausrutscher „Dance Of Death“ ist damit getilgt.

Anspieltipps:

  • The legacy
  • The longest day
  • Out of the shadows
  • Brighter than a thousand suns
  • The reincarnation of Benjamin Breeg
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