Sergio Mendes - Timeless - Cover
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Sergio Mendes Timeless


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ja! Der Frühling ist da, der Sommer naht und passend zum Frohmut im Herzen erscheint „Timeless“, das neue Studioalbum von Sergio Mendes. Um genauer zu sein, es ist das erste seit acht Jahren – sozusagen ein Comeback für den 65jährigen Brasilianer, der zu einen der erfolgreichsten Künstler seines Landes zählt. Der Jazzmusiker, Pianist und Arrangeur hat sich mit dem Produzent und Mitglied der Black Eyed Peas, William Adam (a.k.a Will.I.Am) zusammen getan. Der HipHopper produzierte aus Mendes brasilianischem Easy Listening eine Platte, die beiden musikalischen Welten vereint: Lateinamerikanische und afrikanische Rhythmen, verschmolzen mit den urbanen Klängen Nordamerikas, alles bekleidet im modernen Gewand – ohne jedoch den jazzigen Charakter zu verlieren.

Das Album soll eine Mischung aus HipHop und Bossa Nova sein und alte sowie neue Lieder von Mendes präsentieren. Das ist auch gelungen. Nicht nur die Musikliebhaben, die den Künstler bereits kennen, werden bestens unterhalten. Auch die, welche bisher keinen Kontakt zu Brasiliens Jazz-Ikone hatten, werden sich für dieses Album begeistern. Dafür sorgen so renommierte Künstler wie Erykah Badu, Justin Timberlake, John Legend, Stevie Wonder und Debi Nova.

Da jedes Lied von einem Gastmusiker begleitet wird, ist es für Nichtkenner schwierig herauszufinden, wie Mendes eigentlich klingt und was seine Musik ausmacht. Dies stört in Hinsicht auf Unterhaltung nicht weiter. Es ist so oder so eine sehr unterhaltsame Platte, welche zum Tanzen oder mindestens zum Mitwippen animiert.

Das Album ist darauf angelegt, ein großer Erfolg zu werden, denn es schließt zur Hälfte an die Platten der Black Eyed Peas an. Dies hört man besonders deutlich bei „Mas Que Nada“ – dem Eröffnungslied des Albums. Wenngleich bei diesem Stück von Anfang bis Ende „Hey Mama“ durchklingt (Will.I.Am erwähnt sogar den Titel der aktuellen Black Eyed Peas Platte), kann man dem Lied die Hit-Qualität nicht absprechen. Leider klingt das Album an vielen Stellen einfach wie ein Bootlet der Band. Schließlich ist Will.I.Am in sechs Liedern deutlich hörbar vertreten – dies langweilt etwas, da er sich in der Art und Weise seiner Ausführung einfach wiederholt. In den Momenten, in denen sich Will.I.Am zurückhält, kommt das eigentliche Potential des Albums zum Vorschein.

Die Platte offenbart ihre wahren Qualitäten beim mehrmaligen Hören. Dies liegt vor allem auch daran, dass nach dem Einstiegshit erstmal ruhige Stücke folgen, die zwar hochwertig produziert und arrangiert, jedoch falsch angeordnet sind. Nach „Mas Que Nada“ wirken die abwechslungsreichen Lieder im Stil von Jazz und Bossa Nova intensiver – wie zum Beispiel das von John Legend interpretierte, leichte „Please Baby Don´t“. Aber dies ändert sich. Und spätestens nach dem dritten Anhören schätzt man die Easy-Listening-Stücke ebenso. Eine Platte für den Sommer – und die anderen Jahreszeiten ebenso. Unterhaltsam und abwechslungsreich!

Anspieltipps:

  • Mas Que Nada
  • Please Baby Don´t
  • Bananeira
  • Timeless
  • Samba da Bencao
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