Bananarama - Drama - Cover
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Bananarama Drama


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 59 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Madonnas letztes Album „Confessions On A Dancefloor“ erregte hinsichtlich des Videos zur ersten Singleauskoppelung „Hung up“, in dem sich die mittlerweile 48-jährige in einem hautengem Body zu basslastigen Discobeats räkelte, genügend Aufsehen um allerorts Gesprächsthema Nummer eins zu sein. Die Frage, ob wirklich jemand Tanzeinlagen dieser Art, so perfekt sie auch choreographiert sein mögen, sehen will, stellte sich Frau Ciccone erst gar nicht. Durch ihren großteils stilsicheren Geschmack benötigte sie nämlich im Vergleich zu anderen Kolleginnen und Kollegen aus der Sparte nie ein Comeback oder scherte sich um die Meinungen der Klatsch- und Boulevardpresse. Nach 275 Millionen verkauften Tonträgern innerhalb der über 20-jährigen Karriere im Musikbusiness und dadurch mit dem Ruf der international erfolgreichsten Sängerin der letzten Dekade ausgezeichnet auch sehr nachvollziehbar. Deutlich weniger abgesetzte Einheiten (in UK etwa 45 Millionen) und ein Comeback bitter nötig hat die 1981 gegründete Girlgroup Bananarama,. In ihrer Blütezeit spielten die Radios die Megahits „Venus“, „Robert deNiro´s waiting“ oder „Really saying something“ rauf und runter und die damaligen Mitglieder Keren Woodward, Sarah Dallin und Siobhan Fahey verdienten sich eine goldene Nase.

Nach dem Ausstieg von Fahey, der Lückenbüßerin Jacquie O'Sullivan (die gerade einmal von 1988 – 1991 Mitglied war) und wiederum folgenden Zu- und Abgängen vom dritten Gründungsmitglied präsentieren sich Bananarama auf ihrem neunten Output „Drama“ nun als frisch-fröhliches Disco-Zweiergespann. Trotz der anfänglich kommerziell extrem ertragreichen Blitzkarriere sackte das Interesse der Fans in den letzten 10 Jahren dermaßen stark aufgrund von uninspirierten Outputs ab, dass nach dem Mega-Flop „Exotica“ (2000) schnell ein zweites Best-Of (nach der Greatest Hit-Collection“ aus 1988) zur Schadensbegrenzung nachgeschoben wurde. Dieser Einbruch an Nachfrage neuen Materials lag daran, dass Bananarama das Produzenten-Trio Stock, Aitken & Waterman vor die Tür setzte und anderen den Vortritt ließ – mit verheerender Wirkung. Aufgrund dessen ließen sich die Zwei erst mal ordentlich Zeit mit dem nächsten Album und fanden mit dem schwedischen Murlyn Music Collective dieselben Produzenten wie Madonna für ihr letztes Werk.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass „Drama“ vorrangig die Tanzflächen dieser Welt bespielen will und wird ein Blick auf die bisherigen Single-Erfolge in Großbritannien von „Move in my direction“ und „Look on the floor / Hypnotic Tango“ geworfen, so ist ersichtlich, dass die Damen mit ersterem Track ihren ersten Top 15-Charterfolg seit fast 20 Jahren haben. Die Album-Resonanz blieb zwar verhalten, doch hierzulande könnte sich das, aufgrund des diesmal vorhandenen Potenzials der elf neuen Tracks, ändern. Klar, die Songs sind alle keine glorreichen Neuschöpfungen oder sonderlich innovative Kreationen, aber gut zwei Drittel wissen durch luftig-leichten Disco-Pop zu gefallen und schleichen sich sogar unbemerkt als lieblicher Ohrwurm in den Gehörgang. Als Andenken an die gute alte Zeit wurde noch „Venus“ im „Marc Almonds hi nrg showgirls mix“ und „Really saying something“ im „Solasso mix“ draufgepackt und sowohl die Videos als auch der „Bobby Blanco & Miki Moto vocal edit“ von „Move in my direction“ und der „Angel city short mix“ von „Look on the floor / Hypnotic Tango“ sind in der deutschen Version von „Drama“ enthalten. Haben die zwei Hübschen im Musikbusiness anscheinend doch noch die Kurve gekratzt.

Anspieltipps:

  • Waterfall
  • I Love The Way
  • Don´t Step On My Groove
  • Look On The Floor / Hypnotic Tango
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