Weinhold - Below The Line - Cover
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Weinhold Below The Line


  • Label: Armageddon/Soulfood
  • Laufzeit: 55 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutschlands Metal-Dreigestirn Sabrina Classen (Holy Moses), Doro Pesch (Ex Warlock) und Jutta Weinhold (Ex Zed Yago) ist aktiver denn je, auch wenn die Erfolge aus der 80er Jahren nicht in das Hier und Jetzt transportiert werden konnten. Doch mit einer treuen Fangemeinde im Rücken, lässt sich auch heutzutage als Musikmachende(r) überleben.

Jutta Weinhold kann inzwischen auf 30 Jahre im Musikbusiness zurückblicken und in Produktionen wie „Below The Line“, ihrem neusten Werk, einen ungeheueren Erfahrungsschatz einbringen. Zudem kann sie im Studio auf altgediente Weggefährten wie Lars Ratz zurückgreifen, mit dem sie schon vor mehr als 15 Jahren bei Velvet Viper gespielt hat. Das führt zwar nicht dazu, dass der Sound des zweiten Weinhold-Albums in den 80er Jahren steckengeblieben ist, aber ganz verheimlichen lassen sich die Wurzeln der deutschen Hardrock/Metal-Pioniere auch nicht.

So gehen die Gitarren in schwermetallischen Stücken wie „Below the line“ mächtig in den Notenkeller, während Jutta Weinholds Stimme sich in umgekehrter Richtung die Tonleiter heraufschwingt. Dies geschieht vornehmlich im Midtempobereich, durchzogen von ein paar ganz hübschen Gitarrensoli und Frau Weinholds Gesang, der wie ihre oben genannten Kolleginnen mit einer ganz schönen Portion Teutonendialekt daherkommt. Das hat durchaus Charme, entbehrt aber auch nicht einer gewissen Komik.

Dennoch: Große Abwechslung kann „Below The Line“ leider nicht aufbieten. Die Kompositionen sind zwar ausgefeilt und die Texte ersticken nicht in den üblichen Metal-Klischees. Es befindet sich unter den zehn Songs, die im Schnitt auf fast sechs Minuten Spielzeit kommen, sogar eine recht passable Power-Ballade („Eternity“). Aber zu dem in der Info beschworenen „zeitlosen Klassiker“ fehlen noch ein paar ganz dicke Körner. Überhaupt: Was pseudo-dramatische Schmachtfetzen wie „Nothing to lose“ darstellen sollen, die sich, obwohl nur 4½ Minuten lang, schier endlos hinziehen, weiß wohl nur der Teufel oder Jutta Weinhold. Unterm Strich eine anständige, aber langweilige Produktion, die weder Nostalgiker noch Neueinsteiger vom Hocker hauen kann.

Anspieltipps:

  • Eternity
  • Fire no water
  • Fair is foul – Foul is fair
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