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Diverse SZ Diskothek: 1961


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Als die Beatles noch unentdeckt in Kellerclubs lärmten, wurden in England die Shadows zu Stars. Der Erfolg des sängerlosen Quartetts steht sinnbildlich für den interessantesten Trend dieser Zeit: ebenso futuristische wie exotische Gitarreninstrumentals. Zwischen Niedergang des Rock’n’Roll in den späten Fünfzigern und der neuen Ära, die von den Beatles, den Beach Boys und den Rolling Stones eingeläutet wurde, liegt eine Zeit, die man sich heute als öde und leer vorstellt.

Der vielleicht wichtigste Trend war die Beliebtheit von Stücken ohne Gesang, bei denen elektrische Instrumente zum Einsatz kamen – in erster Linie Gitarre und Orgel. Indem sie den Klang der Instrumente und die Produktion in den Vordergrund rückten, hatten Instrumentals schon immer technische Experimente mit einer den Zuhörer unmittelbar ansprechenden, über Text und Gesang hinausgehenden Wirkung kombiniert. Dies war eine auffällige, perkussive Musik, welche einerseits die Sciencefiction-Ästhetik der Raumschiffe und Straßenkreuzer aufgriff, sich andererseits aber auch auf die finsteren TV-Krimiserien bezog oder auf die weiten, offenen Jagdgründe der Kinowestern und Wildwestserien.

Obwohl die Gitarreninstrumentals an eine spezifische, 1959 mit Duane Eddy beginnende und 1963 mit den Surfinstrumentals ausklingende Periode der Popgeschichte geknüpft sind, spielten sie eine wichtige Rolle bei der Herausbildung eines Verständnisses von Popmusik, das diese als eine futuristische Kunstform betrachtet, deren Wirkung auf Eigenschaften wie Sound, Melodie und Rhythmus basierte; im Gegensatz zum traditionell komponierten Lied, das seinen Effekt zum großen Teil aus einem Text zieht, der von einer harmonischen Struktur gestützt wird. Auch wenn das Jahr 1961 in den Annalen der Popgeschichte keine herausragende Rolle spielt, sind die Echos seines Klangs noch immer zu vernehmen.

So auch auf der CD dieser Ausgabe, die unter anderem folgende Stücke präsentiert: Mar-Keys („Last night“), Joey Dee & The Starliters („Peppermint twist“), Patsy Cline („I fall to pieces“), Julie London („Daddy“), The Shadows („Kon-Tiki“) und Jimmy Reed („Bright lights, big city“).

Anspieltipps:

  • Dion – The wanderer
  • Del Shannon – Runaway
  • Ben E. King – Stand by me
  • Elvis Presley – Can’t help falling in love
  • Ike and Tina Turner – It’s gonna work out fine
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