Mötley Crüe - Carnival Of Sins: Live - Cover
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Mötley Crüe Carnival Of Sins: Live


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 104 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Pete Doherty ist schon wieder völlig zugedröhnt verhaftet worden? Britney Spears fährt mit ihrem kleinen Sohn auf dem Schoß Auto? Das Privatleben der heutigen Stars ist doch wirklich besorgniserregend geworden. Gute Vorbilder geben der Babyshambles-Frontmann und die mittlerweile vom Pop-Prinzesschen zur Unsexiest women in the world verkommene, baldige 2-fache Mutter sicherlich nicht ab, allerdings ist das Ganze Schnick-Schnack im Vergleich zu dem, was die Hardrock-Combo Mötley Crüe in den 80ern und 90ern in unregelmäßigen Abständen veranstaltet hat. Abgesehen von den Hardrock-Klassiker-Alben „Girls, girls, girls“ (1987) und „Dr. Feelgood“ (1989) lebte die aus Los Angeles stammende Truppe den Begriff „Sex, Drugs & Rock´n´Roll“ nicht nur im stillen Kämmerchen aus, sondern, wie auch in der Biographie „The Dirt“ nachzulesen, äußerst exzessiv und öffentlich.

„No band consumed as many drugs and downed as much booze without dying“ fasst die Plattenfirma das Lotterleben der Band zusammen, die dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Grund genug sich nach dem bereits 2000 erschienenen Werk „New Tattoo“, das sich mehr schlecht als recht verkaufte, wieder zusammen zu raufen um den Fans zu zeigen, wieso Bands wie Bon Jovi oder Guns´N´Roses überhaupt auf die Idee kamen selber Musik zu machen und Platten zu veröffentlichen. Daher sind Vince Neil (Gesang), Mick Mars (Gitarre), Nikki Sixx (Bass) und Tommy Lee (Schlagzeug) bis April 2006 mit ihrer „Carnival of sins“-Show „back on the road“ gewesen und haben in Europa, Asien, Amerika und Australien Station gemacht.

Im Januar konnte schon von zu Hause aus ein Einblick in den Sündenpfuhl getätigt werden, da mit der gleichnamigen DVD zur Tour schon ein Mitschnitt der weltweiten Konzertreise vorlag. Einen Monat später erschien das Ganze dann in Amerika auch auf CD, die europäischen Anhänger durften sich allerdings erst den 5. Mai im Kalender rot anstreichen. Die Tracklist ist im Vergleich zum DVD-Format gleich geblieben, lediglich längere Pausen wurden weggeschnitten und diverse Soli, die eigens angespielt werden konnten, zusammengefasst und in die jeweiligen Stücke danach integriert oder angehängt.

Im Prinzip ist dies die zweite Live-CD von Mötley Crüe nach „Entertainment or death“ aus dem Jahre 1999 und viel Unterschied gibt es bei der Songauswahl nicht (gerade einmal 7 Tracks sind nicht auf „Carnival of sins“ enthalten), aber hier verhält es sich wie mit den unzähligen Konzertmitschnitten von Iron Maiden: So oft auch immer die gleichen Stücke angespielt werden und so in- und auswendig der Text schon von der Menge mitgegrölt wird, es ist immer wieder ein Genuss bei „Shout at the devil“, „Dr. Feelgood“, „Home sweet home“ oder „Same ol situation“ selbst die Luftgitarre zu zücken und im Wohnzimmer von diversen Einrichtungsgegenständen in die nicht vorhandene Menge zu surfen.

Von der Produktion her ist die Doppel-CD vielleicht ein bisschen zu basslastig aber trotzdem anständig abgemischt worden, sodass der Unterbau von Sixx, das scheppernde und dröhnende Kit von Lee, die nur so aus sich herausgehämmerten Riffs von Mars, der Gesang von Neil, der zum Anheizen der Menge hin und wieder wie ein aufgescheuchtes Rebhuhn kreischt und die euphorische Menge stimmungsvoll eingefangen wurden.

Anspieltipps:

  • Red Hot
  • Dr. Feelgood
  • Looks That Kill
  • If I Die Tomorrow
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