Hardcore Superstar - Hardcore Superstar - Cover
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Hardcore Superstar Hardcore Superstar


  • Label: Gain Records/CARGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Hardcore Superstar aus Göteborg, Schweden kommen im neunten Karrierejahr mit Album Nummer 4 um die Ecke. Doch bis auf ein neues Vertriebslabel hat sich bei Jungs nichts geändert. Jocke Berg (Gesang), Silver Silver (Gitarre), Martin Sandvik (Bass) und Magnus „Adde“ Andreasson (Drums) sehen noch immer aus wie Mötley Crüe bzw. Guns ’N Roses Lookalikes zu „Appetite For Destruction“-Zeiten – also Tattoos bis zum Abwinken, Biker-Klamotten, komische Hippie-Hüte, dunkle Sonnenbrillen und irgendwo werden sie auch eine Pulle Jack Daniels versteckt haben – und ihre Musik stöbert noch immer hoffnungslos im Sleaze- und Garagenrock-Revival der späten Neunziger herum.

Zusammen mit ihren skandinavischen Kollegen von Turbonegro, Backyard Babies, Gluecifer und The Hellacopters kamen Hardcore Superstar Ende der 90er Jahre auch außerhalb ihrer schwedischen Heimat groß heraus. Es herrschte ein richtiger Skandinavien-Hype, der auch ihrem Debütalbum „Bad Sneakers And A Pina Colada“ (2000) jede Menge Aufmerksamkeit bescherte. Doch mit den folgenden Alben „Thank You (For Letting Us Be Ourselves)“ (2001) und „No Regrets“ (2003) ging es nicht nur kommerziell bergab. Die Schweden hatten ihrem Debüt einfach nichts hinzuzufügen, weshalb sich viele Anhänger des Genres anderweitig orientierten. Auch die Band schien etwas ratlos zu sein und Gerüchte, Hardcore Superstar würden sich auflösen, machten die Runde. Doch das Quartett aus Göteborg will es noch mal wissen und geht mit dem neuen Album auf eine einjährige Tournee, die sie auch nach Deutschland führen wird.

„Hardcore Superstar“ kommt mit einem Dutzend Songs daher, die sich voll und ganz auf die alten Stärken der Jungs besinnen. Vergessen sind die Durchhänger auf den letzten Platten. Hardcore Superstar holen finden zurück zu ihrem Gespür für eingängigen Hardrock im Stile ihres Debüts. So startet „Kick on the upperclass“ mit einem schönen Keyboard-Teppich im Marillion-Sound der, na klar, 80er Jahre. Dann fegen die Jungs mit treibenden Gitarrenriffs und rotzigen Vocals darüber und leiten damit ihr ganz persönliches Eighties-Revivals ein. Ob Poison, Mötley Crüe, Guns ’N Roses oder Cinderella – der Hörer findet in jedem Song seinen persönlichen Favoriten wieder. Ob zupackende Hardrocker („She’s offbeat”, „Simple man“, „Bag on your head“ – herausragend!), kurz im Midtempobereich verharrende Grooverocker („Hateful“) und hitverdächtige Mitgrölhymnen („We don’t celebrate sundays“, „Wild boys“).

Da gibt’s nur eins: Wer nicht länger auf „Chinese Democracy“ warten möchte, muss hier zugreifen. Denn Hardcore Superstar präsentieren ein partytaugliches 80s-Revival, das man den Vieren nicht mehr zugetraut hat. Ausdrücklich keine Musik für Ästheten. Aber der Rocker tief in uns drin kommt voll auf seine Kosten.

Anspieltipps:

  • She’s offbeat
  • Bag on your head
  • My good reputation
  • We don’t celebrate sundays
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