Thorsten Wingenfelder - 360 Grad Heimat - Cover
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Thorsten Wingenfelder 360 Grad Heimat


  • Label: Transglobal/SonyBMG
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

In fast 20 Jahren hat sich die Gruppe Fury In The Slaughterhouse ein treues Stammpublikum erspielt, das häufig begeistert („Mono“, 1993), aber auch schon enttäuscht wurde („Nimby“, 2004). Besonders als Liveband haben die Hannoveraner einen hervorragenden Ruf, auch wenn die Akustiktour im vergangenen Jahr nicht bei allen gleichermaßen gut ankam. Momentan machen die Furys mal wieder Pause von ihrer Hauptband, die die einzelnen Musiker ganz unterschiedlich nutzen.

Sänger Kai Wingenfelder engagiert sich z.B. für sein Thailand-Projekt, Bassist Christian Decker ist mit seinem Tonstudio ausgelastet, Gitarrist Christof Stein-Schneider bringt unter dem Namen „Wohnraumhelden“ reichlich obskure Platten unters Volk und Gitarrist Thorsten Wingenfelder lässt seinem 2003er Album „Driftland – Songs Of Love And Hope“ mit „360 Grad Heimat“ die zweite Soloplatte folgen. Die zehn Songs darauf wurden von Tom Ripphahn, einem langjährigen Freund Wingenfelders, produziert und abgemischt.

Das Album wurde im Winter 2004/2005 live mit Band eingespielt, wobei die Songs anfänglich mit englischen Texten ausgestattet waren. Nach einem Geistesblitz schrieb Wingenfelder die Stücke jedoch ins Deutsche um, bzw. textete einzelne Passagen komplett neu. Das kostete ihn zwar seinen Plattendeal, so dass er die Aufnahmen selbst finanzieren musste, aber die künstlerische Freiheit war ihm wichtiger. Dennoch überrascht die Entscheidung zugunsten deutscher Texte angesichts der musikalischen Umsetzung. Denn was FITS-Gitarrist auf „360 Grad Heimat“ praktiziert, ist mindestens so amerikanisch wie der „Boss“ Bruce Springsteen. Aus diesem Grund klingen bestimmte Textpassagen im ersten Moment etwas eigenartig – macht man sich aber die Mühe, das Ganze ins Englische (also in die Musiksprache schlechthin) zu übersetzten, würde kein Hahn danach krähen.

Die Instrumentierung (Gitarre, Schlagzeug, Bass, Hammondorgel) ist erdig und rockig („Die Unperfekten“), die Texte mit einer guten Portion Pathos gewürzt („Wir werden sterben“), während die Melodien großen Wert auf Eingängigkeit legen („360 Grad Heimat“, „Totgeburt der Stunde“). Eine gewisse Verwandtschaft zu Fury In The Slaughterhouse können die Kompositionen zwar nicht verhehlen, aber durch das Fehlen des extrem prägnanten Organs Kai Wingenfelders verlieren die Songs nicht ihre eigene Note. Und sind wir mal ehrlich: Ab und zu nervt das Geknödel von Thorstens Bruder doch sehr.

Anspieltipps:

  • 1966
  • Zimmer 308
  • 360 Grad Heimat
  • Die Unperfekten
  • Totgeburt der Stunde
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8/10

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