Funeral For A Friend - Casually Dressed And Deep In Conversation - Cover
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Funeral For A Friend Casually Dressed And Deep In Conversation


  • Label: EastWest/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Intelligentes, hakenschlagendes Songwriting und harmonischer Gesang jenseits von Gut und Böse.

Denkt man an Wales, denkt man an saftige Wiesen und Felder, Hirten und Schafe, und viel, viel Regen. Denkste! Seit einiger Zeit macht sich der kleine Nachbar Englands durch Töne der härteren Gangart bemerkbar. Rockbands wie die Stereophonics, Manic Street Preachers oder auch Lostprophets entwickeln sich langsam aber sicher zum walisischen Exportschlager Nummer eins. Und die Produktion scheint nicht zu stagnieren. Mit Funeral For A Friend macht sich nun eine weitere Band auf den Weg, die Welt der knatternden Gitarren, jenseits der grünen Insel zu erobern.

„Casually Dressed And Deep In Conversation“ nennt sich deren erster Longplayer und könnte nicht nur sehr erfolgreich werden, sondern sehr wahrscheinlich ein direkter Schlag ins Gesicht anderer junger Künstler sein. Was die Kollegen in der Vergangenheit erfolglos versucht hatten in Szene zu setzen, schütteln sich Funeral For A Friend mit dieser Platte einfach so aus dem Ärmel und lassen die Messlatte für anspruchsvollen Rock um einiges nach oben wandern. „Casually Dressed And Deep In Conversation“, das bedeutet messerscharfe Gitarrenflächen, dennoch luftig leicht, die sich mal überschneiden, mal miteinander harmonieren und zu jeder Zeit den Atem stocken lassen. Melodien nicht von dieser Welt, durch die jeder Song zu einem kleinen Epos wird und den Weckruf an das Innerste symbolisieren, welchen man bei anderen Gruppen oftmals so schmerzlich vermisst.

All diese Faktoren, gepaart mit intelligentem, hakenschlagendem Songwriting und einem harmonischen Gesang jenseits von Gut und Böse, bilden die Spitze dieses Musikmonuments und machen „Casually Dressed And Deep In Conversation“ zu einer Berg- und Talfahrt der Emotionen. Das Beste daran: Es macht tierisch Laune und das gänzlich ohne Nebenwirkungen! Die Band versteht es perfekt, anspruchsvolles Musizieren mit einem hohen Unterhaltungswert zu verbinden. Und so sehr die 12 Songs den Hörer auch fordern, es gibt nicht eine Sekunde in diesem 50-minütigen Vergnügen, in welcher man sich auch nur einmal langweilen könnte. Selbst nach mehrmaligen Durchläufen bleibt „Casually Dressed And Deep In Conversation“ ein spannender Trip, auf dem es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.

Genau aus diesem Grund wird an dieser Stelle erst gar nicht versucht, einzelne Tracks aus dem in sich schlüssigen Gesamtbildnis zu reißen. Jeder einzelne Song ist ein Fragment, das natürlich auch alleine funktioniert und Spaß macht, aber dennoch nur im Kollektiv zum eigentlichen Ziel dieser Platte führt: Der totalen, musikalischen Erfüllung.

So stark „Casually Dressed And Deep In Conversation“ auch ist, natürlich werden auch zu dieser Scheibe die Kritikerstimmen wieder laut erschallen. Von Emo oder gar Screamo wird da die Rede sein. Von Trends und Modeerscheinungen wird da gehetzt werden und das Wörtchen Hype wird vielen ganz locker auf der Zunge liegen, doch davon darf man sich nicht abschrecken lassen. Denn wenn schon Emo, dann bitte immer so und wenn schon Trend, dann eben nur noch diesen.

Diese Scheibe hat definitiv das Potenzial ein enger Freund zu werden, ein Stück Lebensgefühl ohne Verfallsgarantie. Denn wenn uns die Vergangenheit eines gelehrt hat, dann ist es mit Sicherheit die Tatsache, dass auf eine großartige Platte wie diese, mindestens 50 miese Plagiate folgen. Das ist zwar traurig, aber es macht „Casually Dressed And Deep In Conversation“ umso wertvoller.

Anspieltipps:

  • Juneau
  • Rookie of the year
  • Red is the new black
  • Escape artists never die
  • Bend your arms to look like wings
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