Bunny Lake - The Late Night Tapes - Cover
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Bunny Lake The Late Night Tapes


  • Label: Monkey Music/Broken Silence
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Reese Witherspoon befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ihre Rolle als June Carter Cash in der Johnny-Cash-Biographie „Walk The Line“, in der Joaquin Phoenix den „Man in Black“ mimte, brachte ihr nicht nur einen Hauptdarstellerinnen-Oscar ein, sondern sie auch auf das Cover diverser Print-Magazine aus aller Welt. Würde eine Liste über alle Karriereschübe durch den Gewinn eines durch die Academy of Motion Picture Arts and Sciences vergebenen Goldjungen geführt werden, Reese Witherspoon wäre ganz weit oben in dieser. Für eine ihrer nächsten Rollen als Annie Lake bekam sie nun 27 Millionen Gage, was sie in die Top-Liga der bestverdienenden Hollywood-Schauspielerinnen befördert. Der dazugehörige Streifen nennt sich „Bunny Lake Is Missing“ und ist ein Remake des gleichnamigen Filmes aus dem Jahre 1965 von Otto Preminger. Dieser diente mit seiner Geschichte um ein verschwundenes Mädchen, das angeblich nie existierte, der jüngeren Kinogeschichte Stoff für die Filme „Die Vergessenen“ (in der Hauptrolle Julianne Moore, die das Verschwinden ihres Sohnes ganz und gar nicht als eine Einbildung ansieht) und „Flight Plan“ (mit Jodie Foster als verzweifelte Mutter an Bord eines Flugzeuges) und war selbst an Alfred Hitchcocks „The Lady Vanishes“ aus 1938 angelehnt.

Der düstere Grundgehalt dieses und ähnlicher Streifen findet sich nun im Werk von Sänger und Texter Christian Fuchs, dem Mann für die Musik und Produktionsverantwortlichem (zusammen mit Gerhard Potuznik) Dr. Nachtstrom, der Sängerin Suzy on the rocks und Live-Bassisten Christof Baumgartner alias Bunny Lake wieder. Schon immer Fan von dunkler und mysteriöser Horrorfilmmusik, veröffentlichen sie nun ihre „Late night tapes“, die keineswegs als Untermalung für eine Low-Budget-Produktion verwendet werden sollte, denn die an Goldfrapp-Rhtythmik angelegten Tracks wissen sehr wohl zu gefallen und setzen sich nach kurzer Zeit in den Gehörgängen fest wie ein aufblitzendes Messer in der Dunkelheit. Das aber nicht alles so schwerfällig und dunkel ist wie diese Definition jetzt anmuten lässt zeigen die tanzbaren Tracks „Disco demons“, das Cover „White horse“, „Suicide kit“ und „War against sleep“, das das eigentliche Credo der Platte mit der Zeile „Overfucked and undersexed / Permanently unrelaxed“ zum Besten gibt.

Das restliche Songprinzip erstreckt sich von geschwärztem Samples („High heel voodoo“, „Ghosts“) über Film Noir-Atmosphären („Seymour Hoffman“, „Highrise“) bis hin zu groovig relaxten Melodiebögen („Stalker“, „Let u bleed“, „All that sex“). „Widersprüche ziehen uns an, sowohl in der Popkultur als auch im wirklichen Leben. Das spiegelt sich zum einen in unseren Inhalten wieder, da geht es nämlich meist um Situationen und Menschen, die uns gleichzeitig faszinieren und abstoßen. Aber auch unser Sound lebt von Gegensätzen. Was für manche unterkühlt wirken mag, birgt mehr Leidenschaft in sich als zuerst angenommen wird“ geben Christian Fuchs und Dr. Nachtstrom zu Protokoll und fügen hinzu, dass Bunny Lake „ein Haufen Freaks ist, der sich künstlerisch – und auch sonst – zusammen austobt.“ In diesem Sinne sollten sich dann wohl mehrere Bands öfter mal austoben, wenn solche pulsierenden und einnehmenden Tracks dabei entstehen!

Anspieltipps:

  • Highrise
  • Suicide Kit
  • War Against Sleep
  • High Heel Voodoo
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