V:Ness - Electric Punk - Cover
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V:Ness Electric Punk


  • Label: 2006 Records/Soulfood
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem Vanessa bereits als Kind und Jugendliche viele Stationen vom Kirchenchor bis zur klassischen Gesangsausbildung hinter sich hat, behauptet sie sich mit einer Band beim Emergenza-Bandwettbewerb und bewirbt sich aufgrund ihrer kraftvollen Stimme, die wegen der immensen Präsenz eine Unterordnung innerhalb einer Band nahezu unmöglich macht, beim von Stefan Raabs TV TOTAL inszenierten „SSDSGPS“-Casting. Vanessa kämpft sich bis ins Finale vor und wird von Jury-Mitglied Joy Flemming liebevoll mit der „Stimmpower einer Dampflok“ verglichen. Der Plattenvertrag winkt und macht sich nun anhand des ersten Longplayers „Electric Punk“ bemerkbar.

Anders als bei anderen Shows dieser Art gibt man der jungen Dame aus Hagen zwei Jahre Zeit, um nach ihren Vorstellungen mit Produzent Wolfgang Stach (Guano Apes) das Werk zu kreieren. Zusammen mit ihrer Band bildet sie V:Ness und rockte während der Produktion schon auf rund 100 Konzerten. In der Veröffentlichungs-Woche des Albums wird sie zu ihrem Entdecker Stefan Raab in seine abendliche Sendung TV TOTAL zurückkehren. Für Öffentlichkeit ist also gesorgt. Nun ist es an der Musik, die Weichen für eine längere Karriere im Dunstkreis von Avril Lavigne und Pink zu stellen.

Während Vanessas Stimme an die eindringlichen Momente und ihr Outfit an den Teilzeit-Look von Pink erinnert, steht Avril Lavigne als Niedlichkeitsfaktor Pate. Trotzdem ist die Nähe zu besagten Künstlerinnen vorwiegend partieller Natur, denn V:Ness präsentieren sich eher als Coverband. Ob Green Days „Good Riddance (Time Of Your Life)“ oder „She Bop“ von Cyndi Lauper, es bleiben stets Songs, die nah am Original interpretiert werden. Der eigene Charme bezieht sich lediglich auf die tolle, charakteristische Stimme, während die Arrangements zwischen durchschnittlichen Gitarrenriffs und gleichbleibender Bodenständigkeit, mit nah am Gothic-Klischee kratzenden Keyboards („Hell No“) untersetzt, pendeln.

Die ein oder andere Ballade gesellt sich zu Midtempo-Stücken, wagt aber ebenso wie die beherzten Rocker zu wenig, um markant aufzufallen. Vanessa punktet mit ihrer professionell ausgebildeten Stimme, welche das Album zurück in die Bahn bringt. „I Know“ gefällt durch einen mitreißenden Groove und den befreienden, hymnischen Refrain. Auch wenn die E-Gitarren ein wenig schwachbrüstig zur Offensive greifen, ist der Song ein Gewinner auf „Electric Punk“. „Fallen For You“ (im Original von Sheila Nicholls) lässt das Album mit Klasse ausklingen und dennoch reicht es unter dem Strich nicht für mehr als Pop/Rock-Einheitsbrei mit einer außerordentlichen Sängerin, die den Schnitt nach oben hin verbessert.

Anspieltipps:

  • I Know
  • Another Game
  • Fallen For You
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