Ostinato - Chasing The Form - Cover
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Ostinato Chasing The Form


  • Label: Exile On Mainstream Rec.
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„VISIONS empfiehlt“ steht auf dem Sticker der CD-Hülle. Meine Erwartungen stürzen ins Bodenlose. Doch die aufflammenden Töne bringen mich wieder zur Besinnung. „Goal of all believers“ war der ausschlaggebende Grund, weshalb ich begann mich mit dieser Band auseinanderzusetzen. Ich könnte mir die Arbeit ersparen und auf die Kritik zu „Mogwai – Mr. Beast“ verweisen, denn Ostinato machen nahezu identische Musik (zumindest für meine schwer geschädigten Ohren). Wenige Instrumente, die wie viele wirken; die in schier endlosen Variationen im Intervall von Laut und Leise neue Muster erschaffen. Gleichmütig ohne größere Eruptionen, durchsetzt mit spärlichem Gesang, schweben die pianodominierten Songs dahin.

Unter der Angabe von Gründen, weshalb man Ostinato den Vorzug geben sollte, könnte man auf die längere Spielzeit (sprich: größerer Gegenwert fürs Geld) verweisen oder man könnte potenziellen Käufern ins Gewissen reden, indem man den Newcomer-Status der Band unterstreicht, auch wenn dieses hier „schon“ das zweite Album ist. Im Vergleich zu Mogwai fristen sie auf jeden Fall ein Schattendasein und man sollte ihnen eine Chance geben. Ein überzeugenderes Argument dürfte aber sein, dass die Struktur der Songs bei Ostinato dichter ausfällt, dieses allzu Ausschweifende, Lärmende und Zittrige von Mogwai ist keine Eigenschaft von Ostinato. Wenn man beispielsweise beim Hören von „Antiaircraft“ mit seinem unwiderstehlichen Piano-Thema auf die Spirale auf der Rückseite der CD-Hülle starrt, fällt man unweigerlich in Hypnose ohne gleich darauf von Lärmausbrüchen unsanft in die Realität zurückgeholt zu werden. „Chasing the form“ ist ein Ereignis, das sich irgendwo in einer bizarren, vakuumähnlichen Parallelwelt abspielt. Gleichermaßen surreale wie betörende Klangfarben aktivieren die Hirnregionen, die für die innere Ausgeglichenheit zuständig sind. Eines dieser Alben, bei deren Konsum einem nichts aus der Fassung bringen kann. Auch dann nicht, wenn Jens Lehmann der Vorzug vor Oliver Kahn gegeben wird.

Allerdings sind im Gegenzug die Momente des Aufhorchens und des Lauterdrehens der Anlage um auch ja keine Tonnuance zu verpassen, rarer gesät als auf „Mr. Beast“. Was soll’s, Fans des modernen Post-Rocks werden sich ohnehin beide Alben zulegen (müssen), denn hinsichtlich ihrer Qualität nehmen sie sich so gut wie nichts. Was übrigens auch für die beiden Torhüter gilt.

Anspieltipps:

  • Volant
  • Antiaircraft
  • Goal of all believers
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